Wirtschaft : „Die Frage muss er selbst stellen“

Foto: promo
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Welche Bedeutung hat der Valentinstag für Sie?

Ich persönlich halte den Tag für schön. Es ist für eine Beziehung wichtig, dem Partner Aufmerksamkeit zu widmen und kleine Geschenke zu machen. Für uns als Hochzeitsplaner spielt er dagegen nur eine untergeordnete Rolle.

Sogar den Heiratsantrag kann man planen lassen. Warum machen die Leute das?

Ich denke, das ist in starkem Maße auf die Medien zurückzuführen. Manchen Männern reicht es nicht, einen einfachen Antrag zu machen oder „Ich liebe dich“ zu sagen. Und je nachdem, was der Mann sich vorstellt, ist das nur schwer zu bewerkstelligen. Wir organisieren dann das Drumherum, zum Beispiel dekorieren wir ein Hotelzimmer. Die Frage muss er natürlich selbst stellen.

Gilt der Wunsch nach dem Besonderen auch für Hochzeiten?

Ja, auch Hochzeiten sind aufwendiger geworden. Aber die Situation ist auch anders als früher. Da traute man sich in der gleichen Kirche wie die Eltern, und hinterher feierte man im gleichen Restaurant. Heute soll es eben eine Hochzeit im Schloss oder auf dem Weingut sein, das man im Fernsehen gesehen hat.

Wie ausgefallen geht es denn zu?

Die sicherlich speziellste Hochzeit, die wir hatten, war eine Jagdhochzeit. Das Paar kam auf Pferden angeritten und trug historische Jagdkleidung. Die Hochzeit fand natürlich auf einem Jagdschloss statt.

Wie genau sieht die Branche aus?

Es gibt noch keinen Dachverband für Hochzeitsplaner. Daher gibt es auch keine offiziellen Zahlen. Wir schätzen, dass es etwa 40 professionelle Hochzeitsplaner in Deutschland gibt. Hinzu kommen Hochzeitsplaner, die auch Firmenfeiern und andere Events organisieren, so wie ich selbst. Das dürften noch einmal mindestens 40 sein.

Wie viele Hochzeiten planen Sie im Jahr?

Wir planen bis zu 30 Hochzeiten im Jahr. Allerdings sind die Dimensionen immer unterschiedlich. Manchmal übernehmen wir nur Teilbereiche und helfen den Brautleuten zum Beispiel, die Location oder das Catering zu organisieren.

Das kann sich sicher nicht jeder leisten.

Die Preise sind abhängig davon, was wir leisten. Einige Teilleistungen fangen schon bei 50 bis 100 Euro an. Den kompletten Service gibt es dann ab 1000 Euro. Nach oben sind eigentlich keine Grenzen gesetzt.

Sie sind jetzt seit 13 Jahren im Geschäft. Wie hat sich die Branche verändert?

Im Gegensatz zu 1999 hat sich die Häufigkeit der Anfragen in meiner Firma verringert. Das liegt sicherlich daran, dass die Konkurrenz seit 2005 stark gewachsen ist. Im Gegensatz dazu wird aber das Volumen der Aufträge größer.

Friederike Mauritz

berät seit 13 Jahren Brautpaare bei der

Gestaltung der Feier und ist Vorsitzende des Bundes Deutscher Hochzeitsplaner. Mit ihr sprach

Anna-Sophie Sieben.

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