Wirtschaft : Die französischen Banken ziehen nach

DANIEL RHEE-PIENING

Lange gab es nur wenige Anzeichen für Öffnung und Wandel auch bei den französischen Banken.Doch nun reagieren auch die Institute im Nachbarland auf die Globalisierung und die gemeinsame europäische Währung.Was die deutschen Institute mit bisher zweifelhaftem Erfolg vorexerziert haben - der Versuch, ihre Position in Europa und der Welt zu festigen - wird nun auch in Frankreich geprobt.

Es ist nicht nur der Euro, der einen gesamteuropäischen Markt schafft und die Konkurrenz unter den Geldhäusern schärfer werden läßt.Es ist vor allem der Druck, den die US-Banken ausüben.Sie verdienen deutlich besser als ihre europäischen Gegenstücke - und zunehmend fragen sich die europäischen Aktionäre, warum ihre Institute nur magere Gewinne ausweisen.Das gilt nicht nur für die deutschen Institute, die bei den Betriebsergebnissen die Schlußlichter bilden.Viele der französischen Banken haben in der Vergangenheit nur mit Milliardenspritzen aus Paris überleben können.Damit ist es - leeren Staatskassen und Brüssel sei Dank - nun vorbei.Jetzt muß nach neuen Wegen gesucht, müssen schlagkräftige Einheiten gebildet werden.So erscheint es fast logisch, daß die Fusion so angelegt wurde, daß sie auch für andere europäische Partner interessant bleibt.Zudem wird die neue Nummer zwei in Europa auch bei der anstehenden Privatisierung der Crédit Lyonnais ein entscheidendes Wörtchen mitreden wollen.Eine solche Lösung käme Paris gerade recht, das immer noch nationalen Lösungen den Vorzug gibt.

Für die Beschäftigten allerdings wird es nach dem Donnerschlag schwer - in Frankreich und auch bei den deutschen Bankangestellten: Die Banken könnten eine ähnliche Entwicklung wie die Stahlindustrie nehmen - Zuerst eine Konzentrationswelle, dann die Schließung von einzelnen Betrieben, dann ein drastischer Arbeitsplatzabbau.

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