Wirtschaft : Die freien Exoten

Nicht alle Sparkassen gehören der öffentlichen Hand

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Die Sparkasse Mittelholstein könnte eine ganz normale Sparkasse sein: Sie unterstützt die Mädchentanzgruppe des Gymnasiums Rendsburg und vergibt Kredite an mittelständische Unternehmen. Doch etwas ist anders: Die Sparkasse gehört nicht der Kommune, sondern ist als Aktiengesellschaft organisiert, den Hauptanteil hält eine Stiftung. Insgesamt gibt es in Deutschland nur sieben solcher „freier Sparkassen“, die nicht als Anstalt des öffentlichen Rechts organisiert sind. Sie sind nicht den Sparkassengesetzen der Länder unterworfen und deshalb zum Beispiel auch nicht an das Regionalprinzip gebunden, das die Ausbreitung in Gebieten anderer Sparkassen untersagt. Trotzdem sind auch die freien Sparkassen gemeinwohlorientiert und über ihre Mitgliedschaft im Deutschen Sparkassen- und Giroverband auch in die Sicherungssysteme des Sparkassenlagers integriert. Deutschlands größte Sparkasse, die Hamburger Haspa, ist seit 2002 ebenfalls eine AG. Vorstandschef Karl-Joachim Dreyer sieht in dieser Lösung ein Modell für die Sparkasse der Zukunft. Andere freie, wie etwa die Frankfurter Sparkasse, betrachten ihren Status als Ausnahme, die nicht für alle taugt.

Einen anderen Sonderstatus nimmt die Stadt Stuttgart ein. Dort gibt es bereits seit mehr als 30 Jahren keine Sparkasse mehr – das Markensymbol ist komplett verschwunden. Die Funktionen der Sparkasse hat dort die Landesbank Baden- Württemberg (LBBW) übernommen. „Wir kommen auch ohne den Namen aus und haben trotzdem das Vertrauen der Bürger“, sagt LBBW-Sprecher Stefan Schütz. Ein Modell für andere wolle sein Institut aber nicht sein. stek

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