Wirtschaft : Die Gasag belohnt ihre Großaktionäre

Vorstand fürchtet Bürokratie durch neue Regulierungsbehörde

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Berlin (fo). Der Vorstand des Berliner Gasversorgers Gasag befürchtet, dass die geplante Regulierungsbehörde für den Energiemarkt zu einem bürokratischen Wasserkopf heranwachsen wird. Aber eine „gute Regulierungsbehörde ist immer noch besser als eine schlechte Verbändevereinbarung“, sagte GasagVorstand Andreas Prohl am Freitag bei der Vorstellung der Bilanz 2002 in Berlin. Am Mittwoch hatten der BDI und die Energieverbände ihre Verhandlungen um Nutzungsregeln für Erdgasleitungen ergebnislos abgebrochen. Das Wirtschaftsministerium hat erneut klar gestellt, dass die Befugnisse des künftigen Regulierers ganz wesentlich davon abhingen, ob die Wirtschaft freiwillige Vereinbarungen zustande bekommt. Prohl geht davon aus, dass die Gespräche noch nicht endgültig gescheitert sind. Nach Ostern soll das weitere Vorgehen gemeinsam mit dem Ministerium geklärt werden.

Die Gasag hat ihren Umbau fortgesetzt. Seit 1998, dem Jahr der Privatisierung des einst landeseigenen Unternehmens, wurden mehrere Dienstleistungsbereiche wie Abrechnung oder Datenverarbeitung ausgegliedert und der Stammpersonalbestand kräftig reduziert. Ende 2002 beschäftigte die Gasag 1015 Mitarbeiter, davon waren aber nur 818 aktiv im Dienst. In fünf Jahren soll die Belegschaft auf die Zahl 630 reduziert sein. 1998 hatte die Gasag noch 2448 Beschäftigte. Den Gesamtaufwand für diesen Personalabbau bezifferte Vorstandssprecher Georges Hoffmann auf 65 bis 70 Millionen Euro. Seit einem Jahr gilt für die Gasag auch ein Haustarif statt des öffentlichen Tarifwerks BAT.

Das Unternehmen bilanziert inzwischen als Konzern, unter dessen Dach jetzt auch die Neuerwerbung Erdgas Mark Brandenburg (EMB) geführt wird. Durch die EMB, die rund 200 Millionen Euro gekostet hat, ist die Gasag um etwa ein Viertel gewachsen. Der Umsatz der Gruppe betrug 729 Millionen Euro (plus zehn Prozent), der Jahresüberschuss 56 Millionen Euro (plus vier Prozent). Der Gewinn wird in voller Höhe an die Aktionäre Eon/Ruhrgas (knapp 37 Prozent) sowie Vattenfall Europe und Gaz de France (je 31,5 Prozent) ausgeschüttet.

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