• „Die gesetzliche Rente ist nur ein Baustein“ Verbraucherschützer Mari: Zusätzliche Vorsorge nötig

Wirtschaft : „Die gesetzliche Rente ist nur ein Baustein“ Verbraucherschützer Mari: Zusätzliche Vorsorge nötig

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Herr Mari, wem reicht die gesetzliche Rente?

Die gesetzliche Rente ist nur ein Baustein für die Altersvorsorge. Sie stellt die Grundsicherung dar. Was man darüber hinaus noch tun muss, ist eine Frage der persönlichen Lebensplanung. Die meisten Menschen möchten im Alter keine großen Abstriche machen. Das geht nicht ohne zusätzliche Vorsorge.

Welche private Altersvorsorge empfehlen Sie?

Kleine und mittlere Verdiener sollten unbedingt über den Abschluss einer Riester-Rente nachdenken. Das gilt auch für Familien mit Kindern. Zwar werfen die meisten Riester-Produkte keine hohen Renditen ab, durch die staatlichen Zuschüsse wird das jedoch teilweise wettgemacht. Arbeitnehmer können darüber hinaus auch Vorsorge über betriebliche Altersvorsorgemodelle treffen und werden dabei ebenfalls vom Staat unterstützt. Hier muss man im Einzelfall entscheiden, ob man mit der Riester- oder der Betriebsrente besser fährt oder beide Möglichkeiten kombinieren sollte. Altersvorsorge kann man aber auch mit Immobilien oder einer vernünftigen soliden Geldanlage betreiben. Wir empfehlen derzeit Bundesschatzbriefe, Renten- und Bankanleihen, die trotz der Börsenkrise relativ sichere Anlagen sind. Auch Fonds kann man jetzt billig kaufen. Allerdings sollte man das nie als Einmalanlage tun, sondern über einen Sparplan mit monatlicher Einzahlung. Damit entgeht man dem Problem, möglicherweise zu einem falschen Zeitpunkt einzusteigen. Und: Kaufen Sie große Fonds, die solide und seriös sind. Bei kleinen Fonds besteht das Risiko, dass sie ausbluten und dann geschlossen werden.

Wie sicher sind Lebensversicherungen?

Viele Versicherer müssen als Folge der Börsenkrise derzeit ihre Überschüsse kürzen. Dennoch gibt es keinen Grund zur Panik. Allerdings sollten sich die Verbraucher gut überlegen, was sie mit der Lebensversicherung erreichen wollen. Wer vor allem das Todesfallrisiko absichern möchte, braucht keine Kapitallebensversicherung, sondern ist mit der viel preiswerteren Risikolebensversicherung besser bedient. Wer die Riester-Förderung in Anspruch nehmen will, kann eine private Rentenversicherung abschließen. Kapitallebensversicherungen haben dagegen viele Nachteile: Man zahlt für die Kombination aus Kapitalanlage und Risiko, die Produkte sind meist sehr kostenintensiv.

Sind Lebensversicherungen noch empfehlenswert, wenn künftig das Steuerprivileg wegfällt?

Noch steht ja nicht fest, dass die Steuerfreiheit der Gewinne bei den Kapitallebensversicherungen tatsächlich gestrichen wird. Aber unsinnig wäre das nicht, denn alle Altersvorsorge-Produkte sollten steuerlich gleich behandelt werden. Dennoch: Auch wenn die steuerliche Bevorzugung beendet wird, ist die Kapitalleben nicht tot. Es wird immer Leute geben, die dieses Produkt wollen.

Das Gespräch führte Heike Jahberg.

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