Wirtschaft : Die Gewerkschaft macht mit

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Die UAW, die USGewerkschaft der Automobilbauer, ist aus ihrem Schlaf erwacht und in der Realität des Wettbewerbs angekommen. Sie hat sich auf einen Handel eingelassen, der General Motors hilft, Kosten für sein Gesundheitssystem zu sparen. Die Kenntnis der amerikanischen Gewerkschaften von der globalen Wirtschaft trägt Früchte.

Auslöser für den Handel war der Konkurs der Autofirma Delphi. Die UAW sah dieselbe Gefahr bei GM. Dies ist eine bahnbrechende und arbeitsplatzrettende Konzession der US-Industriearbeiterschaft, und sowohl Ford als auch Daimler-Chrysler, die ihre Gesundheitsfürsorge kürzen wollen, verhandeln gerade mit der UAW.

Die Gesundheitskosten steigen bei GM seit Jahren, während die Zahl der Versicherten sinkt. Das Management schiebt die Schuld für ihre übergroßen Gesundheitsleistungen auf die gute alte Zeit der Marktdominanz. Die Firma hat ihr Gesundheits- und Rentensystem so überdehnt, dass heute auf einen Arbeiter drei Rentner kommen. Dennoch war die UAW lange Jahre eher bereit, Jobs abzubauen als Sozialleistungen zu streichen.

Die Lösung liegt in mehr Wettbewerb im Gesundheitsmarkt. So führte die Supermarktkette Whole Foods ein kundenorientiertes Gesundheitssystem ein, bei dem jeder der 30 000 Angestellten aus einer Palette von Leistungen auswählen konnte. Nach drei Jahren wuchsen die Kosten des Unternehmens auf diesem Sektor nur noch um 3,3 Prozent jährlich – weit unter Durchschnitt. Der Kongress könnte helfen, indem er Anreize für Gesundheits-Anlagen schafft und eine Gesetzesvorlage durchführt, die es den Amerikanern erlaubt, sich in allen 50 US-Staaten zu versichern.

Finanzielle Sicherheit kommt von größerer Freiheit bei der Aushandlung von Gesundheits- und Rentenvorsorge. Diese Leistungen müssen von Arbeitsplatz zu Arbeitsplatz übertragbar sein. Der Schlüssel zum Erfolg ist Besitz und Verfügungsgewalt, aber keine Fürsorgementalität.

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