Wirtschaft : Die großen Börsen im Vergleich

bir

Die großen Börsen der Welt haben sich seit Jahresanfang sehr unterschiedlich entwickelt. "Wenn jemand zu Beginn des Jahres in ein Index-Papier auf den Nikkei gesetzt hat, hat er höhere Gewinne als mit einem entsprechenden Dow-Jones oder Dax-Papier erzielen können", sagt Michael Schubert, Leiter der Aktienanalyse bei der Bankgesellschaft Berlin. Während die Börse in Japan um 28 Prozent zulegte, ist der Deutsche Aktienindex nur um 2,4 Prozent gestiegen. In den USA sah das Bild wieder anders aus: Dort stieg der Dow Jones binnen neun Monaten um 10,8 Prozent. Verstärkt wurden die Gewinnmöglichkeiten in Japan und den USA durch die Aufwertung des Yen und des Dollars im bisherigen Jahresverlauf. Nachdem die Wirtschaft in Japan langsam wieder "auf die Füsse komme", habe die Konjunktur in den USA "ihren Zenit" überschritten, sagt Schubert. Im Euroland und besonders in Deutschland sei die Entwicklung bisher verhalten gewesen. Sie gewinne aber langsam "wieder an Fahrt".

Für den japanischen Aktienmarkt sieht Schubert auch weiterhin "noch Potenzial". Allerdings spürten die exportorientierten Unternehmen zunehmend die Yen-Aufwertung. Erholt haben sich in den vergangenen Monaten die Banken-Werte, die vor Jahrefrist noch völlig am Boden lagen. In den Vereinigten Staaten, wo es nach einer langen Wachstumsphase in den vergangenen Wochen zu einer "gesunden Korrektur" gekommen sei, werde die künftige Entwicklung der Börse sehr stark von der Entscheidung der US-Notenbank über die künftige Zinsentwicklung abhängen. Insgesamt positiv, wenn auch mit starken Schwankungen haben sich, so Schubert, in den vergangenen Wochen und Monaten an den amerikanischen Börsen vor allem High-Tech-Werte entwickelt. Auch Rohstoff- und Einzelhandelswerte - wie etwa Wal Mart - legten stark zu.

Der deutsche Aktienmarkt bewegt sich derzeit im Spannungsfeld von steigenden Zinsen und damit verbundenen rückläufigen Aktienkursen auf der einen und positiven Konjunkturaussichten mit steigenden Kursen auf der anderen Seite, meint Schubert. Zugelegt hätten in den vergangenen Monaten vor allem Telekommunikations- und Energiewerte. Schlechter habe es dagegen beim Einzelhandel, bei Versicherungen und bei Automobilwerten ausgesehen.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben