Wirtschaft : Die häufigsten Fehler der Personalchefs

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Auch wenn es schwer fällt, sollten Arbeitnehmer, die entlassen worden sind, unbedingt kühlen Kopf bewahren und das Kündigungsschreiben einem Fachmann zeigen. Denn viele Kündigungen sind fehlerhaft und können vor Gericht erfolgreich angefochten werden. Dabei helfen Ihnen Rechtsanwälte, insbesondere die auf Arbeitsrecht spezialisierten Fachanwälte. Sollten Sie eine Rechtsschutzversicherung haben, übernimmt diese die Kosten. Ansonsten gilt im Kündigungsschutzprozess: In der ersten Instanz trägt jeder seine Anwaltskosten selbst, erst vor dem Landesarbeitsgericht übernimmt der Verlierer auch die Kosten des gegnerischen Anwalts (siehe Interview). Wer Mitglied einer Gewerkschaft ist, wird auf Wunsch vom zuständigen Rechtssekretär vertreten.

Falsche Form: Viele Kündigungen leiden bereits an Formfehlern. Kündigungen müssen immer schriftlich formuliert und eigenhändig unterschrieben werden. Eine Kündigung per Fax oder EMail ist unwirksam.

Keine Vollmacht: Wer kündigt, muss dazu berechtigt gewesen sein. Bei juristischen Personen sind das der Vorstand oder die Geschäftsführer. Alle anderen müssen eine Vollmacht beilegen. Wichtige Ausnahme: Kündigt der Personalchef, verzichten die Gerichte auf die Vollmachtsurkunde.

Betriebsrat übergangen: Besonders in kleinen Firmen passieren hier viele Pannen. Wird der Betriebsrat vor Ausspruch der Kündigung gar nicht oder nur unzureichend informiert, ist die Kündigung unwirksam.

Keine Beweise: Wer kündigt, braucht einen Kündigungsgrund. Kann der Arbeitgeber den nicht liefern, zieht er vor Gericht den Kürzeren.

Schutzgesetze verletzt: Kaum kündbar sind Schwangere, junge Mütter, Eltern im Erziehungsurlaub, Betriebsratsmitglieder, Auszubildende und Schwerbehinderte. hej

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