Wirtschaft : „Die Jungs sind sauer – stocksauer“

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Herr Thomas, warum wehren Sie sich gegen die Sparmaßnahmen der Koalition?

Wir befürchten eine Verschlechterung der Versorgung, weil zuwenig Geld da ist. Es wird eine Nullrunde geben. Das bedeutet kein Wachstum. Medizinischer Fortschritt kostet aber Geld.

Was schlagen Sie als Alternative vor?

Bei den Ärzten gibt es keine Sparmöglichkeiten mehr. Wer weiter spart, wird eine Leistungsminderung bekommen – und die Leistungsbereitschaft der Mitarbeiter reduzieren. Die Jungs haben keine Lust mehr, die sind sauer – stocksauer.

Die Ärzte haben versprochen, die Arzneiausgaben bis zum Jahresende zu senken. Tatsächlich sind die Ausgaben gestiegen.

Die Ärzte haben sich bemüht, das Ziel einzuhalten. Das ist eben nicht gelungen. Auch der Bundeskanzler wollte die Zahl der Arbeitslosen auf 3,5 Millionen begrenzen. Er hat sich bemüht, aber er hat es eben nicht geschafft.

Die Ärzte verordnen noch immer sehr viele teure Medikamente, deren Wirkung umstritten ist. Wollen Sie nicht sparen?

Wir sind schon jetzt Weltmeister im Verordnen von kostengünstigen Generika, der Anteil liegt bei 70 Prozent. Mehr kann man Patienten nicht zumuten.

Kann man Patienten denn ständig steigende Kassenbeiträge zumuten?

Nein. Darum brauchen wir eine Grundversorgung, die von der Kasse abgesichert wird. Alle Risiken, die darüber hinaus gehen, sollte der Patient bezahlen.

Das Gespräch führte Maren Peters.

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