Wirtschaft : Die Konjunktur in Europa kommt in Fahrt

Laut Ifo-Institut herrscht wieder Optimismus in Deutschland - Auch Ost-Europa kommt aus der Krise und die USA boomt weiterhin

Das internationale Wirtschaftsklima hat sich zum vierten Mal in Folge verbessert. Der Weltklimaindikator stieg im Oktober auf 5,9 Punkte und erreichte damit die Spitze von März 1997, wie das ifo-Institut am Sonntag in München mitteilte. Insgesamt sei vor allem die aktuelle Lage wesentlich günstiger beurteilt worden. Optimismus herrschte vor allem in Westeuropa und den USA. An der vierteljährlichen Umfrage des Instituts nehmen rund 500 Wirtschaftsexperten aus 76 Ländern teil.

Weltweit beurteilten die Experten die Aussichten für die nächsten sechs Monate unverändert gut. Die Erwartungen für die nächsten drei bis fünf Jahre sind sogar höher als vor einem Jahr: Bei der jüngsten Umfrage rechneten die Befragten mit einem Wachstum des realen Bruttoinlandsprodukts von jährlich 3,1 Prozent, im Herbst 1998 lagen die Schätzungen bei 2,3 Prozent.

Vor allem in Westeuropa gewinnt der Aufschwung laut ifo-Umfrage an Fahrt. Während der deutsche Klimaindikator im Juli noch unterhalb des westeuropäischen Durchschnitts lag, befand er sich im Oktober leicht darüber. Als ausgesprochen günstig wurden die Aussichten für die kommenden sechs Monate beurteilt. Auch in Großbritannien rechneten die Experten mit einem beschleunigten Wachstum. Italien dagegen wird in der Europäischen Union laut ifo-Angaben weiter Wachstumsschlusslicht bleiben. Doch auch hier wurden sowohl die aktuelle Lage als auch die Aussichten für das kommende halbe Jahr besser beurteilt.

Der US-Konjunkturmotor läuft nach Expertenmeinung weiter auf Hochtouren, auch wenn der private Konsum im nächsten halben Jahr etwas nachlassen dürfte. In Mittel- und Ost-Europa hellt sich die Stimmung auf. Vor allem in Ungarn gestaltet sich das Klima freundlicher. In Russland wurde die aktuelle Lage zwar nach wie vor negativ beurteilt, doch erwarteten Experten hier innerhalb der kommenden sechs Monate eine deutliche Verbesserung.

In Asien beginnt sich das Wirtschaftsklima insgesamt zu erholen. Experten beurteilten die Lage fast als zufriedenstellend. Die Erwartungen sind nach wie vor positiv, wenn auch auf geringerem Niveau als im Juli. In Japan sehen die Befragten dagegen noch keinen tragenden Aufschwung. Dagegen haben sich Malaysia, Südkorea, die Philippinen und Thailand schneller von den Krisen erholt als erwartet.

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