Wirtschaft : Die Konzentration hilft den Freien

Tobias Symanski

Die Autofahrer dürfen sich freuen. Denn obwohl aus vier unabhängigen Tankstellenmarken nur noch zwei werden, bedeutet das Eingreifen der Kartellwächter mehr Wettbewerb. Und das führt in der Regel zu sinkenden Preisen. Die Auflage der Wettbewerbsbehörde: 1500 Tankstellen müssen Shell/Dea und Aral/BP verkaufen, sonst wird es nichts mit den beiden Fusionen. Kartellamtschef Ulf Böge möchte damit den Marktanteil der großen zwei unter 50 Prozent drücken und gleichzeitig den Mittelstand stärken. Die mittelständische Mineralölwirtschaft kann nun Tankstellen der beiden Marktführer übernehmen und so für eine Belebung im Spritgeschäft sorgen. Kauft ein freier Mittelständler eine Shell/Dea-Tankstelle, wird ihm bis zu fünf Jahren lang Kraftstoff zu günstigen Konditionen angeboten. Gleichzeitig sorgen die Auflagen der Kartellbehörde dafür, dass freie Tankstellen besseren Zugang zu den Treibstoff-Lagern bekommen. Damit ist die Hoffnung verbunden, dass auch die Preise moderat bleiben. Denn nur wegen der vielen freien Tankstellen in Deutschland steht der heimische Autofahrer im Vergleich zu anderen Europäern relativ gut da. Doch nicht alle 1500 Tankstellen wird der Mittelstand übernehmen. Also bleibt die Frage offen, welcher Ölkonzern in Deutschland zukaufen wird. Besonders attraktiv ist das nicht: In den letzten Jahren haben die großen Tankstellenketten hierzulande keine Gewinne an den Zapfsäulen erzielt. Deshalb ist die Befürchtung naheliegend, dass die Benzinanbieter auch künftig mit Absprachen arbeiten werden. Das Kartellamt sollte wachsam bleiben.

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