Wirtschaft : Die Kriminalität im Netz steigt

30.06.2011 17:48 Uhr

Berlin - Wer das Internet nutzt – egal ob beruflich oder privat –, läuft immer öfter Gefahr, Opfer von kriminellen Attacken zu werden. Dabei ist nicht nur die Zahl der Betroffenen deutlich gestiegen, sondern auch die Schadenshöhe. Das zeigt das Lagebild „Cybercrime 2010“ des Bundeskriminalamtes (BKA), das am Donnerstag in Berlin vorgestellt wurde. Die Zahl der im Bericht erfassten Fälle ist im vergangenen Jahr um 19 Prozent auf fast 60 000 gestiegen. Dabei umfasst Cybercrime Straftaten, die mit moderner Informations- und Kommunikationstechnik oder gegen diese begangen werden.

Rechnet man aber alle Fälle zusammen, bei denen das Internet bei der Tat benutzt wurde – also etwa auch die Verabredung eines Mordes mittels E-Mail –, dann weist die Statistik für 2010 sogar 250 000 Fälle aus.

„Das ist im Vergleich zum Vorjahr eine Zunahme von 20 Prozent“, sagte BKA-Präsident Jörg Ziercke.

Bei fast der Hälfte (rund 27 000) der Cybercrime-Fälle im engeren Sinne handelte es sich um Computerbetrügereien wie beispielsweise das Phishing von Onlinebanking-Daten oder den missbräuchlichen Einsatz von Kreditkartendaten. Der registrierte Schaden aller Cybercrime-Delikte ist laut Kriminalstatistik seit 2009 um zwei Drittel auf insgesamt rund 61,5 Millionen Euro gestiegen.

Besonders stark zugenommen hat demnach das Phishing im Zusammenhang mit Onlinebanking. Für 2010 wurden dem BKA rund 5300 Fälle gemeldet, 82 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Die durchschnittliche Schadenssumme betrug rund 4000 Euro pro Fall. Aber auch die Fälle digitaler Erpressung nehmen zu: Hier fordern Täter Lösegeld, beispielsweise dafür, dass sie gestohlene Daten nicht weitergeben oder digitale Angriffe auf die Firmen-Webseite unterlassen.

Gerade mobile Geräte wie Smartphones oder Tablet-Computer seien besonders anfällig für Missbrauch, warnte der Präsident des Hightech-Verbandes Bitkom, Dieter Kempf. Und viele Nutzer unterschätzten die Gefahr. Derzeit habe nur jeder vierte Smartphone-Nutzer einen Virenschutz, sagte Kempf. vis

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