Wirtschaft : Die Kunden standen vor verschlossenen Türen

Etwa zwei Millionen Postkunden haben nach Schätzung des Unternehmens am Donnerstag vor geschlossenen Filialen gestanden. Grund waren bundesweite Betriebsversammlungen, zu denen die Deutsche Postgewerkschaft (DPG) aufgerufen hatte. Nicht betroffen gewesen seien die von Tochterunternehmen der Post sowie von den Partnern des Einzelhandels betriebenen Postagenturen, sagte Unternehmenssprecher Jürgen Hesemann.

Die Postgewerkschaft wollte bei den bundesweit durchgeführten Betriebsversammlungen vom Postmanagement erfahren, welche und wie viele Filialen dauerhaft mit qualifiziertem Personal besetzt werden sollten. "Die Dienstleistungen in den zirka 750 großen Center-Filialen und den etwa 1000 mittelgroßen Standardfilialen müssen von qualifiziertem Postpersonal angeboten werden", verlangte der Gewerkschaftsvorsitzende Kurt van Haaren. Seit 1996 sei das Personal in den Filialen von 42 000 auf heute 26 000 reduziert worden. Die DPG Nord warf Zumwinkel vor, bundesweit weitere 15 000 Stellen streichen zu wollen.

Von den Aktionen betroffenen waren etwa 90 Prozent der 6200 posteigenen Filialen. Die jeweiligen Betriebsräte hatten die Versammlungen einberufen, nachdem Post-Vorstandschef Zumwinkel die Schließung von weiteren 2000 der 14 000 Postfilialen angekündigt hatte. Hesemann kritisierte das Vorgehen der Gewerkschaft als unbegründet. Die Post AG werde sich natürlich an die künftige Univeraldienstverordnung halten, die unter anderem die Zahl der Filialen vorschreibe. Zudem garantiere das Unternehmen, dass es keine Entlassungen geben werde. In Berlin öffneten am Donnerstag nur rund die Hälfte der 162 Postfilialen wie gewohnt. Die übrigen waren entweder ganztägig oder stundenweise geschlossen.

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