Wirtschaft : Die Macht der Netze: Chemiebranche: Zwischenhändler bleiben draußen

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Gegenüber anderen Branchen hat die Chemie-Industrie im Internethandel einen klaren Startvorteil. Denn für die Produkte, egal ob Kalisalz oder Methanol, gibt es schon jetzt international akzeptierte Standards, die Voraussetzung für einen weltweiten Handel sind. Vor allem aus diesem Grund ist die Chemiebranche zu einem Vorreiter im Business-to-Business-Handel (B2B) geworden. Weltweit sind in den letzten eineinhalb Jahren über 50 Handelsplattformen entstanden, die bekanntesten sind ChemConnect, CheMatch, eChemicals oder die deutsche Plattform Chemplorer. Sie alle haben ganz unterschiedliche Business-Modelle - vom virtuellen Schwarzen Brett für Lieferanten und Kunden bis hin zum Online-Auktionshaus für Güter, Dienstleistungen oder Betriebsausstattungen. Für große Konzerne als Nachfrager von Vorprodukten erhöht sich durch die B2B-Plattformen die Transparenz bei den Angeboten, da die Preise von Anbietern aus aller Welt direkt und schnell verglichen werden können. Die Konzerne erhoffen sich dadurch nicht nur geringere Transaktionskosten, sondern auch günstigere Einkaufspreise. Die Ebene der Zwischenhändler entfällt. Die Prozesskosten können dadurch bis zu 80 Prozent günstiger werden als im konventionellen Handel, wo die Kosten - unabhängig von der Größe der einzelnen Bestellung - bei bis zu 300 Mark liegen. Auf der anderen Seite haben Lieferanten die Chance, ihre Produkte allen potenziellen Käufern gleichzeitig zu präsentieren. Dadurch können auch ihre Transaktionskosten sinken. Allerdings müssen sie auch einen höheren Druck auf ihre Preise befürchten. Das Marktforschungsinstitut Forrester Research rechnet damit, dass sich allein in den USA der Online-Chemiehandel bis zum Jahre 2003 auf 180 Milliarden Dollar vervielfachen wird, nach geschätzten 22 Milliarden Dollar in diesem Jahr.

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