Wirtschaft : Die Midland-Gelder sind gut angelegt (Kommentar)

Martina Ohm

Das ist eine neue Qualität. Millionenbeträge zahlt die Deutsche Lufthansa, um ihren Vorsprung zu sichern. Mit der direkten Beteiligung an British Midland wird nach der Hilfsaktion für den Star-Allianz-Partner Air Canada zum zweiten Mal klar, dass die Fluggesellschaften - und ihre Kooperationspartner - im Zweifel auch tief in die Tasche greifen, um das Wetteifern um den ersten Platz in der Branche für sich zu entscheiden. Wären keine Wettbewerbshüter im Wege, womöglich wären schon Komplettübernahmen an der Tagesordnung. Der Wettbewerb über den Wolken ist härter geworden. Weil sich Alleingänge nicht bezahlt machen, haben sich die Fluggesellschaften seit geraumer Zeit Kooperationen verschrieben. Ein enges Netz von Allianzen zieht sich inzwischen über die Branche. Wo Preis und Pünktlichkeit stimmen, gibt es viel zu gewinnen. Die Perspektiven sind rosarot: Die Lust am Fliegen steigt. Und weil Fliegen kein Luxus mehr ist, stehen die Leute am Schalter Schlange. Ausnahmslos belegen die Prognosen einen Boom im Flugverkehr. Verkehrsmanager und Flugsicherungsdienste zerbrechen sich die Köpfe, wie man dem Ansturm gerecht werden kann. Für die Fluggesellschaften heißt das: am Ball bleiben. Wie gut das im Einzelfall funktioniert, beweist Lufthansa. Kein Zweifel, nach schweren Jahren fliegt der Kranich auf Erfolgskurs. Schritt für Schritt und mit Entschlossenheit baut Konzernstratege Jürgen Weber Lufthansa zu einem breit verankerten Aviatik-Konzern aus und bindet sie fest in das Netz der Star Alliance ein. Vielleicht findet ja auch die Börse einmal daran gefallen.

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