Wirtschaft : Die Mitarbeiter in Berlin blieben bislang vom Umbau verschont

Problemsparten Com und SBS stehen in der Hauptstadt gut da / Beschäftigung soll stabil bleiben

Carsten Brönstrup

Berlin - Seit seinem Amtsantritt als Siemens-Chef steht Klaus Kleinfeld in dem Ruf, nicht zimperlich zu sein. Manager, die in ihren Konzernsparten nicht die vorgegebenen Renditeziele schaffen, müssen mit heftigem Druck aus der Zentrale rechnen. Auch in Berlin: Fünf der sechs Bereiche, die noch immer nicht genug Geld einbringen, haben ein Standbein in der Hauptstadt. Ihnen bleibt Zeit bis April 2007, um die Vorgaben zu erreichen – sonst ist sogar ein Verkauf denkbar, wie jüngst bei der Handysparte geschehen.

Kleinfelds Strategie: Siemens soll ein Infrastrukturanbieter für die Gebiete Gesundheit, Energie, Wasser, Mobilität, Sicherheit und Industrie werden. Für Berlin dürfte das kaum Veränderungen bedeuten: „Fast alle Produkte aus Berlin gehören bereits zu diesem Spektrum“, sagte eine Sprecherin am Mittwoch in Berlin.

Siemens ist noch immer der drittgrößte Arbeitgeber der Stadt. 13 830 Beschäftigte standen Ende Februar auf dem Gehaltszettel des Elektrokonzerns, der 1847 von Werner von Siemens und Georg Halske als „Telegraphen-Bauanstalt“ an der Spree gegründet wurde. Hinzu kommen 1400 Mitarbeiter bei Gemeinschaftsunternehmen wie Bosch-Siemens Hausgeräte (BSH) oder Fujitsu Siemens Computers. Die Werke seien im Schnitt zu 90 Prozent ausgelastet, die Stellenzahl bleibe in diesem Jahr stabil, heißt es bei Siemens.

Mit knapp 2000 Beschäftigten ist der Kommunikationsbereich Com der wichtigste Siemens-Teil in der Stadt – ausgerechnet der ist aber das Sorgenkind des Konzerns. Immerhin: „Wir sind hier alle sehr gut ausgelastet“, hieß es. Allerdings werden 90 Mitarbeiter ab April in eine Beschäftigungsgesellschaft ausgegliedert, die sie weiter vermitteln soll. Besser als andernorts geht es offenbar auch dem anderen Problemfeld, dem Bereich Unternehmensdienstleistungen (SBS), in dem in Berlin 600 Leute arbeiten. Unklar ist dagegen noch die Zukunft des BSH-Waschmaschinenwerkes mit 1100 Leuten – noch immer verhandeln Belegschaft und Management über den Fortbestand der Spandauer Fabrik.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben