Wirtschaft : Die "Neue Kraft" entsteht ohne die Bewag

msh

Der neue Chef der Hamburgischen Electricitäts-Werke (HEW), Klaus Rauscher, will die Schaffung der "Neuen Kraft" auf dem deutschen Strommarkt bis Ende 2002 abschließen. "Wir werden ohne weiteren Zeitverzug HEW, Veag und Laubag zu einem schlagkräftigen Wettberber ausbauen", sagte Rauscher bei der Vorstellung des Fusionsplanes. Der Bewag stehe es weiter offen, sich an dem Konzern zu beteiligen. Rauscher kündigte an, dass es bei der Fusion von HEW mit den ostdeutschen Energieunternehmen Veag und Laubag zu einem weiteren Stellenabbau kommen werde. Dabei schloss er auch betriebsbedingte Kündigungen nicht aus.

Das Kartellamt forderte nach der Liberalisierung des deutschen Strommarktes die Bildung der vierten Kraft, um ein Gegengewicht zu den Stromriesen RWE und Eon zu schaffen. Ursprünglich sollten neben Veag und Laubag auch die Bewag dem Verbund angehören. Doch die Mehrheitsgesellschafter der Bewag, die HEW und und der amerikanische Stromkonzern Mirant, konnten sich nicht über die unternehmerische Führung des neuen Unternehmens einigen. HEW wird von dem schwedischen Stromkonzern Vattenfall kontrolliert.

Zum offenen Streit zwischen HEW und Mirant, die jeweils fast 45 Prozent an der Bewag halten, könnte es kommen, wenn die Bewag den Zusammenschluss von HEW, Veag und Laubag blockieren will. Die Bewag ist über die Beteiligungsgesellschaft EBH Teilhaber der Veag. Rauscher widersprach aber der Vermutung, die Bewag könne über die EBH eine Zustimmung der Veag-Hauptversammlung für die Fusion mit HEW und Laubag verhindern.

Der neue Konzern soll von einer Holding mit rund 100 Mitarbeitern geführt werden. Darunter will Rauscher die Geschäftseinheiten Erzeugung, Transportnetz, Vertrieb, Handel und Fernwärme angesiedeln. Über den Namen und den Sitz der Gesellschaft werde in den nächsten Monaten entschieden. Da sich die Bewag vorerst nicht an der "Neuen Kraft" beteiligen werde, stehe Berlin als Sitz der Holding wieder zur Disposition. Spannend bleibt auch die Frage, wo die Geschäftseinheit Erzeugung ihren Sitz haben wird. Sie ist die mit Abstand wichtigste Einheit und soll "in der Region" angesiedelt werden. Als Kandidaten gelten Senftenberg, Cottbus, Lübbenau und die Stadt Leipzig.

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