Wirtschaft : Die neue Währung: Im Namen des Euro - Ein Kommentar von Martina Ohm

Martina Ohm

Die Zeit der Jahresrückblicke liegt hinter uns. Schlagzeilen, in denen Europas junge Währung zum Absteiger des Jahres erkoren wurde, gehören der Chronik 2000 an. Vorbei, passé. Ein neues Jahr, ein neues Glück. Das gilt ganz besonders für den Euro, der zum Start vor zwei Jahren - wir erinnern uns dunkel - mit 1,17 US-Dollar ein regelrechtes Kursfeuerwerk entfachte. Was danach folgte, ist bestens bekannt. Auf fast 82 Cent stürzte die Währung bis zum vergangenen Herbst ab. Das Wirtschaftswunderland USA schien Anlegern ohne Alternative.

Dieses Jahr muss mehr Kontinuität her und ein wenig mehr Stärke demonstriert werden. Es wird ernst. Schon im Dezember werden wir die neue Währung in den Händen halten; das Projekt Euro erstmals - im wortwörtlichen Sinne - richtig begreifen können. Ein dauerhaft stabilerer Wechselkurs zum Dollar, wie er sich seit wenigen Wochen bereits im Schatten der Konjunkturabkühlung in den Staaten abzeichnet, wäre zweifellose die beste Voraussetzung dafür, dass der Euro auch tatsächlich akzeptiert wird. Denn mehr Kursstabilität bedeutet auch mehr Verlässlichkeit auf der einen und mehr Vertrauen auf der anderen Seite.

Natürlich lässt sich diese Stabilität nicht aus dem Hut zaubern. Ein verlässlicher Eurokurs ist vielmehr Folge eines gezielten Politik-Mix verantwortungsbewusster Finanz-, Geld- und Tarifpolitik. Große Quertreiber freilich sind im europäischen Währungsraum bisweilen nicht zu erkennen. Im Gegenteil. Selbst die Griechen, die mit Neujahr nun die Zwölften im Währungsbund sind, haben eindrücklich unter Beweis gestellt, wie stark der Wille sein kann, im Namen des Euro an einem Strang zu ziehen. Die überzeugende wirtschaftspolitische Bilanz Athens erinnert nicht zuletzt daran, dass auch in anderen Ländern der Euro kleine Wunder vollbracht hat. Wenn das kein Mutmacher für 2001 ist.

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