Wirtschaft : Die neuen Reichen: Wo das Geld sitzt. Zehn Deutsche, die es zum Milliardär gebracht haben

Andrea Schäfer

Karl und Theo Albrecht

Jede vierte Mark, die in Deutschland für Lebensmittel ausgegeben wird, wandert in die Kassen ihres Imperiums. Die Aldi-Brüder sind mit einem Vermögen von 41 Milliarden Mark die reichsten Männer Deutschlands. Mit Aldi - Inbegriff des Wortes billig - haben die beiden nach eigener Aussage ihre "Geizkultur" perfektioniert. Mit den Details ihres erfolgreichen Konzepts gehen die beiden sparsam um: "No comment".

Reinhard Mohn

Gewinnstreben, soziale Verantwortung, Mut zur Innovation. So lautet die Philosophie des deutschen Medienmoguls. 16 Milliarden ist er schwer. Aus dem ausgebombten Kleinverlag seines Ururgroßvaters Carl Bertelsmann hat er einen internationalen Medienmulti gemacht. Zwei Drittel seines Vermögens übertrug Mohn 1993 auf die Bertelsmann-Stiftung.

Günter Herz

Wer als rechtmäßiger Erbe der Kaffeedynastie Tchibo gilt, ist bis heute unklar und führt vor allem in der eigenen Familie immer wieder zu lautstarken Streitereien. Durchgesetzt hat sich der älteste von fünf Geschwistern, der dem Konzern fast 36 Jahre vorstand. Ende des Jahres wird sich der als selbstherrlich geltende Unternehmer wegen abermaliger Querelen endgültig aus dem Geschäft zurück ziehen. Mit 15 Milliarden kein Problem.

Otto Beisheim

77 Jahre alt, Witwer und kinderlos. Geschätztes Vermögen: elf Milliarden Mark. Den Gründer des Metro-Konzerns plagt die Frage, wem er das ganze Geld hinterlassen soll. Einen Teil seiner Milliarden hat er deshalb jetzt in Berlin "eingemauert". Direkt am Potsdamer Platz setzte er sich mit dem "Beisheim-Center" sein eigenes Denkmal. Seine Zeit verbringt er am liebsten in Florida oder er tummelt sich im Mediengeschäft - mit seinem Freund Leo Kirch.

Reinhold Würth

Der Schraubenhändler - nicht irgendeiner, sondern Weltmarktführer mit der Würth-Gruppe. Und dabei hat er ganz klein angefangen. Mit 19 Jahren übernahm er nach dem plötzlichen Tod seines Vaters 1954 die Geschäftsleitung. Das Wirtschaftswunder brauchte Schrauben und so wurde aus dem Zwei-Mann-Betrieb das weltgrößte Handelsunternehmen für Schrauben. Würth verdient 8,8 Milliarden Mark.

Hasso Plattner

Als geizig kann man den SAP-Mitgründer nicht bezeichnen. Schenkte er seiner Frau doch zum Geburtstag ein südafrikanisches Luxus-Golf-Hotel, im Wert von schlappen 23,5 Millionen Mark - bei 8,4 Milliarden Mark Ersparnissen eine leichte Übung. Aber smart muss der studierte Ingenieur offenbar auch sein. 1998 wurde Plattner zusammen mit Partner Dietmar Hopp vom US-Wirtschaftsmagazin "Forbes" auf Platz eins der Top-Ten-Manager der Welt gewählt.

Friede Springer

Vom Kindermädchen im Springer-Haushalt zur Milliarden-Erbin. Heute hütet sie die 3,3 Milliarden Mark ihres 1985 verstorbenen Gatten Axel Springer. Mit zurückhaltender Umtriebigkeit gelang es ihr, die Mehrheitsbeteiligung der Familie am Verlag zu festigen. Interviews gibt die als unnahbar geltende, gebürtige Friesin nur ungern. Vielmehr sieht sie ihre Aufgabe darin, das Zeitungshaus diskret, aber bestimmt auf Kurs zu halten.

Miele und Zinkmann

"Immer besser", war auf der ersten Miele-Waschmaschine zu lesen und noch heute beruht die Familienphilosophie auf diesen zwei Worten. Seit den sechziger Jahren ist das Unternehmen auf Erfolgskurs. Eine der bekanntesten Hausgerätemarken der Welt brachte den beiden Gründern drei Milliarden Mark.

Gerhard Schmidt

Aufsehen erregen, das kann er. Mit spektakulären Aktionen wie Gratis-Telefon-Tagen wurde er bald zum "Schrecken der Telefonbranche". 1991 gründete Schmidt die Mobilfunkfirma Mobilcom. In knapp sechs Jahren brachte es der Seiteneinsteiger durch den Börsengang des Unternehmens zum Milliardär - heute sind es schon knapp zwei. "Einfach machen, nicht so viel diskutieren" - mit dieser Devise wurde er auch viel Geld beim Kauf seiner UMTS-Lizenzen los.

Hans Imhoff

"Schokoladenkönig" nennt er sich selbst gerne. Und auch sonst liebt er es volkstümlich. Da kommt es schon vor, dass der "kölsche Jung" auf einer Aktionärsversammlung der Stollwerk AG von "ein paar Milliönchen" redet, die ihm die Schokolade eingebracht hat: Tatsächlich ist es eine Milliarde. Als persönliches Highlight bezeichnet Imhoff die 1999 erfolgte Übernahme der Premium-Marke Gubor. Die stärkste Marke des Unternehmens ist vermutlich der eloquente Imhoff selbst.

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