Wirtschaft : Die Ostsee-Werften MTW-Schiffswerft Wismar und die Volkswerft Stralsund - Hintergründe

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Aus dem Finanzdesaster des Vulkan-Konzerns sind die beiden ostdeutschen Ostsee-Werften MTW-Schiffswerft Wismar und die Volkswerft Stralsund (VWS) 1996 zwar davon gekommen. Dennoch dauerte es Jahre, bis beide Werften wieder in ruhigeres Fahrwasser kamen. So musste die Treuhand-Nachfolgerin Bundesanstalt für vereinigungsbedingte Sonderaufgaben, die die Werften zum Teil wieder zurücknahm, noch im Winter 1997 feststellen, dass der Ex-Vulkan-Manager und VWS-Chef Uwe Gäthje keineswegs im Sinne der Erhaltung der Werft handelt. Gäthje wurde daraufhin entlassen. Die Stralsunder Werft beschäftigt heute rund 1000 Mitarbeiter und gehört zum dänischen A.-P.-Moeller-Konzern. Die Dänen hatten die Volkswerft 1997 gekauft. In Stralsund werden so genannte mittelgroße Containerschiffe gebaut. Auch die Wismarer Kompaktwerft wurde ein zweites Mal privatisiert. Seit März 1997 gehört die MTW dem norwegischen Aker-Konzern. In Wismar wurde im Herbst vergangenen Jahres eine der modernsten Kompaktwerft-Anlagen in Betrieb genommen. In Wismar werden Containerschiffe hergestellt, das Unternehmen beschäftigt 1400 Mitarbeiter. Erst vor acht Wochen hatte EU-Wettbewerbskommissar Karel Van Miert den beiden Werften gestattet, die Kapazitäten der in Konkurs gegangenen Elbewerft Boizenburg zu übernehmen. Beiden Werften wurde eine zusätzliche Schiffbau-Kapazität von je 6000 Tonnen zugestanden, was deren Wirtschaftlichkeit erhöht. Hintergrund ist die Begrenzung der Schiffbau-Kapazitäten in Mecklenburg-Vorpommern. Wegen der EU-Überkapazitäten dürfen alle nordostdeutschen Werften zusammen nur Schiffe im Umfang von jährlich 327 000 Tonnen bauen.

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