Wirtschaft : Die PC-Flaute trifft Apple besonders hart

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San Francisco (siri/HB/AFP). Der Computerhersteller Apple Computer Inc. hat im vierten Quartal die Erwartungen der Analysten trotz eines Gewinneinbruchs von 61 Prozent noch leicht übertroffen. Die Prognosen für die kommenden Monate sind allerdings negativ. Das Unternehmen aus Cupertino/Kalifornien erzielte im abgelaufenen Quartal einen Gewinn von 66 Millionen Dollar, das entspricht 19 Cents pro Aktie. Die Analysten hatten mit 16 Cents pro Aktie gerechnet, nachdem Apple seine ursprünglich positiveren Prognosen bereits im Juli revidiert hatte.

Der aktuelle Gewinn enthält aussergewöhnliche Erlöse von einer Million Dollar aus Investitionen. Wird dieser Erlös nicht berücksichtigt, beträgt das Quartalsergebnis noch 18 Cents pro Anteilsschein. Damit ist der Gewinn im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um rund zwei Drittel zurückgegangen: Damals betrug er noch 170 Millionen Dollar oder 47 Cents pro Aktie. Im gleichen Zeitraum ist der Umsatz von 1,87 Milliarden Dollar auf 1,45 Milliarden Dollar gefallen, das entspricht einem Minus von 22 Prozent. Im Geschäftsjahr 2001 hat Apple einen Nettoverlust von 25 Millionen Dollar bei einem Umsatz von 5,36 Milliarden Dollar erzielt. Im Vorjahr hatte Apple noch einen Gewinn von 786 Millionen Dollar und einen Umsatz von 7,98 Milliarden Dollar erwirtschaftet. Die Bargeldreserven betragen 4,3 Milliarden Dollar.

Die Aussichten für die kommenden drei Monate, in denen auch das für Apple wichtige Weihnachtsgeschäft stattfindet, sind nicht gerade rosig: Im ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahrs 2002 soll der Gewinn nach Aussagen des Finanzvorstands Fred Anderson mindestens 10 Cents pro Aktie betragen. Anderson rechnet mit einem Umsatz von mindestens 1,4 Milliarden Dollar. Als Grund für die gemäßigten Aussichten gab Anderson die "unsichere globale politische Lage" sowie die schwache Konjunktur an. Auch die Apple Einzelhandelsgeschäfte, die im Dezember die Gewinnschwelle erreichen sollten, leiden unter der schwachen Nachfrage. Anderson rechnet deshalb mit einem geringen Verlust in diesem Geschäftsbereich. Mark Specker, Analyst beim Investmenthaus Soundview Technology, glaubt dagegen, dass Apple nicht besonders stark von der Krise betroffen ist: "Apple sieht die gleichen Marktprobleme wie etwa Intel, deren Aussichten für das Jahresende ja auch nicht gerade positiv sind."

Der Prozessor-Hersteller Advanced Micro Devices (AMD) leidet vor allem unter dem Preiskrieg mit Marktführer Intel. Wie das Unternehmen bekannt gab, rutschte es im dritten Quartal mit einem Verlust von 186,9 Millionen Dollar (rund 405 Millionen Mark) in die roten Zahlen und rechnet auch im vierten Quartal nicht mit einer Rückkehr in die Gewinnzone. Auch der größte europäische Chiphersteller, ST-Microelectronics aus Frankreich, hat im abgelaufenen Quartal wie erwartet einen deutlichen Gewinn- und Umsatzrückgang hinnehmen müssen, rechnet allerdings mit einer Stabilisierung der Geschäfte im laufenden Quartal. Im dritten Quartal sei der Bruttogewinn auf 462,1 Millionen Dollar nach 964,9 Millionen vor Jahresfrist gesunken.

Getroffen hat es auch Texas Instruments, die im dritten Quartal in die roten Zahlen gerutscht sind und für das vierte Vierteljahr sogar einen noch stärkeren Einbruch erwartet. Das Unternehmen teilte einen Quartalsverlust von 117 Millionen Dollar oder 253,41 Millionen Mark mit.

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