DIE PILLE : Von Granatäpfeln bis zu Yasmin

ENTSTEHUNGSGESCHICHTE



Die Ägypter stellten Verhütungszäpfchen aus Granatapfelkernen her. Diese enthalten ein natürliches Östrogen, das wie die heutige Pille den Eisprung verhindern kann.

Die Idee, dies durch gezielte Hormonabgabe zu erzeugen, hatte dann der Physiologe Ludwig Haberlandt 1919. Im Jahr 1951 meldete der emigrierte Österreicher Carl Djerassi ein entsprechendes Patent in den USA an. 1960 wurde dort die erste „Anti-Baby-Pille“ mit dem Namen „Envoid“ zugelassen.

1961 IN DEUTSCHLAND

Schering, das jetzt Bayer Schering Pharma heißt, brachte 1961 die erste Pille in Europa auf den Markt. In Deutschland wurde „Anovlar“ anfangs als Mittel gegen Menstruationsbeschwerden verkauft. Ärzte verschrieben sie nur an verheiratete Frauen. 1970 verkaufte Schering bereits 27,8 Millionen Packungen. Innerhalb von 15 Jahren halbierte sich die Geburtenzahl pro tausend Einwohner. Statt 18,3 Kindern 1963 wurden nach dem „Pillenknick“ 1978 nur noch 9,4 Kinder geboren.

MILLIONENUMSATZ

Heute gehört Bayer Schering Pharma zu den Weltmarktführern bei der hormonellen Empfängnisverhütung. Die vor sieben Jahren auf den Markt gekommene Pille „Yasmin“ ist auch in der Bayer-Pharmasparte das zweitwichtigste Produkt. Allein im ersten Quartal 2007 kletterten die Umsätze damit um ein Drittel auf 240 Millionen Euro. Mit Hormonprodukten setzte Bayer 2006 insgesamt 1,3 Milliarden Euro um. ov

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