Wirtschaft : Die PKV will mitsparen

Berlin - Die privaten Krankenversicherer wollen vom Arzneisparpaket für die gesetzliche Krankenversicherung mitprofitieren und fordern eine „wirkungsgleiche Übertragung“ von Preisstopp und Rabattregelungen auf die eigene Branche. Gesundheitsminister Philipp Rösler (FDP) dürfe die Preise nicht nur für 90 Prozent der Krankenversicherten regeln „und zulassen, dass die Kosten bei den übrigen zehn Prozent umso heftiger ausschlagen“, sagte der Vorsitzende des Verbands der privaten Krankenversicherung (PKV), Reinhold Schulte am Mittwoch in Berlin.

Zwingend nötig ist es nach Schultes Worten aber auch, mit Ärzten und Pharmaindustrie selber über Preise und Qualität verhandeln zu dürfen. Die PKV könne nicht „der Zahlmeister sein“ und die Ausfälle „durch immer neue Budgetierungen, Kürzungen und Rabatte“ bei gesetzlichen Kassen kompensieren. In den vergangenen zehn Jahren seien die Leistungsausgaben der PKV weit stärker gestiegen als im gesetzlichen System – im Schnitt um sechs Prozent pro Jahr. Die Hauptursache dafür seien „nicht gerechtfertigte Mengenausweitungen“, so der Verbandschef. „Das kann nicht ungebremst so weitergehen.“

Schulte mahnte die Regierung zugleich, „in die Puschen“ zu kommen. Bei keinem der großen Versprechen – Einführung einer kapitalgedeckten Pflegezusatzversicherung, Abschaffung der Drei-Jahres-Frist vor dem Wechsel in die PKV, Abgrenzung zur GKV bei Wahl- und Zusatztarifen – habe sich bislang etwas getan. raw

0 Kommentare

Neuester Kommentar