Wirtschaft : Die Pleitewelle ebbt langsam ab

WIESBADEN / BONN .Die deutschen Konjunkturdaten geben ein uneinheitliches Bild.Während die Pleitenflut ihren Scheitelpunkt überwunden zu haben scheint und die Produktion wieder anzieht, verbucht das Produzierende Gewerbe weniger Aufträge.Dabei zeigen sich die ostdeutschen Unternehmen besonders schwankungsanfällig.Das geht aus den Konjunkturdaten hervor, die das Bundesfinanzministerium und das Statistische Bundesamt am Montag veröffentlichten.Speziell die Stahlbranche spürt derweil die Billigkonkurrenz aus den Krisenländern Asiens und Osteuropas.

Die seit 1991 anschwellende Pleitenwelle wird nach Einschätzung der Wiesbadener Statistiker den 97er Pleitenrekord von 33 398 Fällen im laufenden Jahr voraussichtlich nicht übertreffen.Seit der Jahresmitte werden weniger Insolvenzen gezählt als im Vorjahr.Im September gab es 2657 Insolvenzen, 5,5 Prozent weniger als vor Jahresfrist.In den ersten neun Monaten gab es damit allerdings immer noch 2,7 Prozent mehr Insolvenzen als ein Jahr zuvor.Darunter stieg die Zahl der Unternehmensinsolvenzen um 2,6 Prozent auf 21 009.In den neuen Ländern nahm die Zahl der Firmenpleiten sogar um 8,3 Prozent auf 6588 zu.

Das Produzierende Gewerbe steigerte seine Produktion im Oktober nach Angaben des Finanzministeriums saisonbereinigt um 2,5 Prozent gegenüber dem Vormonat.Gleichzeitig sank jedoch der Auftragseingang um den gleichen Prozentsatz.Dabei gingen die Bestellungen aus dem Ausland sogar um 3,5 Prozent zurück.Insgesamt erzeugte das Produzierende Gewerbe im Zweimonatszeitraum September/Oktober 1998 rund 2,3 Prozent mehr als ein Jahr zuvor.Dabei gingen die Bestelleingänge um 0,1 Prozent zurück, obwohl der Osten 8,3 Prozent mehr Aufträge verbuchte.Sehr unterschiedlich verliefen die Branchenkonjunkturen.Während die Produzenten von Gebrauchsgütern ihre Fertigung von September/Oktober 1997 auf September/Oktober 1998 um 13 Prozent steigern konnten, sank die Leistung im Bauhauptgewerbe um 7,2 Prozent und im Bergbau um 4,3 Prozent.Die Anbieter von Produktionsgütern erhöhten ihre Produktion um 6,3 Prozent.Dagegen fiel die Produktion von Verbrauchsgütern um 1,6 Prozent.Insgesamt erhöhte das Produzierende Gewerbe seine Fertigung in Ostdeutschland um 1,4 Prozent und im Westen um 2,5 Prozent.Besonders kräftige Ausschläge der Branchenkonjunkturen gab es im Osten: Dort sank die Produktion des Bauhauptgewerbes um 10,5 Prozent und des Bergbaus um 9,1, während das Verarbeitende Gewerbe seine Produktion um 7,8 Prozent und die Gebrauchsgüterhersteller um 19,9 Prozent steigerten.Im Westen war der Rückgang am Bau mit 6,2 Prozent am stärksten; die Gebrauchsgüterbranche konnte 12,8 Prozent mehr erzeugen als ein Jahr zuvor.Einen Einbruch bei den Aufträgen verbuchte die Stahlindustrie.Im dritten Quartal 1998 erhielt die Branche Aufträge für 7,8 Mill.Tonnen; ein Jahr zuvor waren es noch 10,2 Mill.Tonnen.

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