Wirtschaft : Die Post will mehr durch weniger

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Von Bernd Hops

Die Post wird sich in gut einem Jahr von der Hälfte ihrer Anteile an der Postbank trennen. Bis zu 2,5 Milliarden Euro will PostChef Zumwinkel so in die Konzernkasse schaufeln – und behalten. Jedenfalls tritt Zumwinkel schon jetzt allen Begehrlichkeiten, die sich etwa beim Bund als Hauptaktionär regen dürften, bestimmt entgegen. Das Geld wird im Konzern bleiben. Die Anteilseigner werden sich nicht auf eine saftige Zusatzdividende freuen können. Für Hans Eichel ist das eine schlechte Nachricht. Für die Weiterentwicklung des Konzerns aber – und damit mittelfristig auch für die vielen kleinen und großen Aktionäre – ist die Strategie Zumwinkels positiv und vor allem vorausschauend.

Bis Herbst 2004 ist es noch ein Jahr Zeit. Bis dahin muss die Post die Einkaufstour Zumwinkels bei den internationalen Logistikunternehmen verdaut haben. Die Express-, Paket- und Logistiksparten sind gerade unter dem Dach der Konzerntochter DHL gebündelt worden. In den USA wird gerade der dortige DHL-Ableger mit der jüngst erworbenen Airborne zusammengeführt. Und das Sparprogramm Star, das vor einem Jahr angestoßen wurde, kommt auch voran.

Aber: Auf allen Konzernbaustellen ist vor der geplanten Abspaltung der Postbank noch einiges zu erledigen. Denn bis dahin müssen die Neuerwerbungen mindestens das Geld abliefern, das heute die Postbank zum Konzernergebnis beiträgt. Die Postbank ist renditestark, die Logistiksparte ist es nicht. Noch nicht, sagt Konzernchef Zumwinkel. Zum geplanten Börsengang der Banktochter im kommenden Jahr muss er aber bewiesen haben, dass es sich gelohnt hat, aus der guten alten Post den weltgrößten Logistikkonzern zu basteln.

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