Wirtschaft : Die Preise bleiben hoch Glos macht Verbrauchern keine Hoffnung

München - Die Verbraucher in Deutschland können sich trotz des deutlich gefallenen Ölpreises kaum Hoffnungen auf günstigere Energiepreise machen. „Wir müssen uns darauf einstellen, dass das Preisniveau langfristig hoch bleiben wird“, sagte Bundeswirtschaftsminister Michael Glos (CSU) am Montag beim Deutschen Energie-Kongress in München. Zu spüren bekommen die Verbraucher vor allem die Erhöhung der Gaspreise in der kommenden Heizperiode.

Auf die Gaspreise wirke sich der Ölpreis erst mit einem Verzug von rund sechs Monaten aus, sagte Eon-Chef Wulf Bernotat. Daher werde es kurzfristig nicht zu einer Senkung der Preise kommen. Wie auch andere Gasanbieter hatten alle sieben Regionalversorger von Eon Energie ihre Preise zur kommenden Heizperiode mit Verweis auf den hohen Ölpreis deutlich erhöht. Davon sind insgesamt rund eine Million Kunden betroffen.

Einem Sozialtarif für Arme zur Abfederung der hohen Kosten erteilte Glos eine klare Absage. „Ich halte das nicht für machbar.“ Der Staat könne Preismechanismen nicht außer Kraft setzen, sonst werde es irgendwann auch Sozialtarife für Milch und Butter geben. „Die richtige Antwort lautet Energiesparen“, sagte der Wirtschaftsminister. Der Sozialtarif war wegen der stark steigenden Gaspreise von Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) ins Gespräch gebracht worden.

Um die Abhängigkeit Deutschlands von Energie-Einfuhren zu beschränken, sind nach Ansicht von Glos neben dem Ausbau erneuerbarer Energiequellen auch Laufzeitverlängerungen der bestehenden Atomkraftwerke nötig. „Es geht nicht um Neubauten“, betonte Glos. dpa

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