Wirtschaft : Die Preise steigen immer langsamer an

WIESBADEN (AFP).Trotz der Erhöhung der Mehrwertsteuer im April hält sich der Preisauftrieb in Deutschland in Grenzen.Die jährliche Inflationsrate lag im Mai bei 1,3 Prozent, wie das Statistische Bundesamt am Freitag in Wiesbaden mitteilte.Gegenüber April stiegen die Preise durchschnittlich um 0,3 Prozent.Damit konnte die Mehrwertsteuererhöhung um einen Prozentpunkt auf 16 Prozent weiterhin nicht voll an die Verbraucher weitergegeben werden.In Ostdeutschland fiel die Inflationsrate etwas höher aus als im Westen.Das Statistische Bundesamt ermittelte für die neuen Länder und Ostberlin eine Teuerungsrate von 1,7 Prozent und für die alten Länder von 1,3 Prozent.

Frischobst, Zigaretten und Autos erwiesen sich im Mai im Vergleich zum April als Preistreiber.Preiswerter wurden dagegen Benzin und Heizöl.Die Mieten stiegen im Vergleich zum Mai vergangenen Jahres um 1,7 Prozent und im Vergleich zum April um 0,1 Prozent.Im Mai vergangenen Jahres hatte die Inflationsrate bei 1,5 Prozent gelegen.Auch gegenüber April 1998, für den eine Jahresinflationsrate von 1,4 Prozent ermittelt worden war, schwächte sich der Preisauftrieb ab.Knapp 60 Prozent aller Verbrauchsausgaben eines Durchschnittshaushaltes waren im April von der Erhöhung des Mehrwertsteuersatzes von 15 auf 16 Prozent betroffen.Sollte der Handel die Steuererhöhung gänzlich weitergeben, ergäbe sich laut Statistikamt rein rechnerisch ein Preisauftrieb von 0,5 Prozent.Der höhere Mehrwertsteuersatz betrifft alle vollbesteuerten Waren und Dienstleistungen, gilt aber beispielsweise nicht für Lebensmittel, die einen ermäßigten Steuersatz von sieben Prozent haben, oder für steuerfreie Ausgaben wie Mieten.

Die höhere Preissteigerung für Ostdeutschland führt das Statistische Bundesamt unter anderem darauf zurück, daß preiswerter gewordene Güter wie Heizöl dort weniger ins Gewicht fallen, während Positionen mit einem starken Auftrieb wie die Rezeptgebühren stärker zu Buche schlagen als in Westdeutschland.Einige Güter in Ostdeutschland haben sich den Angaben zufolge auch stärker verteuert als im Westen.Dazu zählen die Preise der Deutschen Bundesbahn, der öffentliche Personennahverkehr, Zeitungen und der Friseurbesuch.

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