Wirtschaft : Die Quartalsdenker

Moritz Döbler

Wenn in diesen Tagen weltweit die börsennotierten Unternehmen ihre Quartalszahlen vorlegen, werden bei manchen trotz guter Ergebnisse die Aktienkurse einbrechen. Die Erwartungen des Marktes seien höher gewesen, heißt es meist zur Begründung. So war es auch beim Online-Auktionshaus Ebay, das 2004 seinen Gewinn um 76 Prozent steigerte. Da aber mehr erwartet worden war, schrumpfte der Börsenwert des Unternehmens binnen Stunden um ein Fünftel. Die Erwartungen des Marktes – das klingt seriöser, als es ist. Formuliert werden sie in Befragungen von Analysten, aus deren Antworten Mittelwerte gebildet werden. Bestenfalls um die 100 Analysten sind es, die so bei den verschiedenen Nachrichtenagenturen zu Wort kommen. Dubios wird es, wenn sich zeigt, dass es keine einhellige Meinung gibt, aber trotzdem eine Durchschnittszahl berechnet wird. Liegt der Gewinn darunter, lautet die Empfehlung dann „Verkaufen“. So kann ein Teufelskreis aus Analystenaussagen entstehen. Kein Wunder, dass sich Porsche weigert, Quartalsberichte vorzulegen. Letztlich können nur die nicht börsennotierten Unternehmen diesen Effekten ganz aus dem Weg gehen.

zur Seriosität

der Ergebnisprognosen von Analysten

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