Wirtschaft : Die Regierung will an das Geld der Reichen

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GESCHLOSSENE FONDS

Ein ganz wesentlicher Bestandteil der Vorschläge der Bundesregierung zur

Finanzierung einer Senkung der Unternehmensteuern ist die Begrenzung der

Abschreibungsregeln für geschlossene Fonds im Bereich von Film und Medien. Es sei geplant, die im Rahmen des

Anlagemodells auflaufenden Verluste nur noch mit Gewinnen aus dem

gleichen Fonds verrechnen zu können, hieß es in der Koalition. Ganze 2,5 Milliarden Euro will Finanzminister Hans Eichel dadurch Jahr für Jahr einsparen, wobei die Hälfte davon in den Kassen der Bundesländer bleiben würde und auch die Kommunen würden ein kleines Plus erhalten.

STEUERSCHLUPFLOCH

Denn der steuerliche Hintergrund liegt im Paragraf 15 des Einkommensteuerrechts . Er erlaubt Beteiligten an Gewerbebetrieben (Mitunternehmern), die Anteile an solchen Fonds noch im Jahr ihres Erwerbs vom zu versteuernden Einkommen abzuziehen. Insbesondere die Bezieher von sehr hohen Einkommen nutzen dieses Steuerschlupfloch traditionell zum Jahresende, um ihre Einkommensteuerlast nach unten zu rechnen. Ein klassisches Steuersparmodell für die Reichen nennen es denn auch die Sozialdemokraten.

GELD FÜRS AUSLAND

SPD und Grünen ist diese Regelung nicht nur aus rein steuerpolitischen Gründen seit Jahren ein Dorn im Auge. Auch wirtschaftspolitisch betrachten sie das ganze als verheerend . Denn die Fonds investieren ihr Geld gern in ausländische Fernseh- und Filmproduktionen. Hollywood-Fonds nennt man sie daher auch. Der Name steht dafür, dass deutsche Steuerzahler vom Fiskus belohnt werden, dass sie ihr Geld in Unternehmungen anlegen, die für Investitionen überall auf der Welt sorgen – nur nicht in Deutschland. asi

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