Wirtschaft : Die russische Krise läßt die Aktienkurse weltweit purzeln

HAMBURG .Nach dem faktischen Zusammenbruch des russischen Devisen- und Aktienmarktes am Donnerstag hat sich die Talfahrt an den internationalen Aktienmärkte fortgesetzt.Belastend wirkte auch die Bankenkrise in Japan.Weltweit gingen die Kurse zum Teil deutlich zurück.In Frankfurt verloren die deutschen Aktien zeitweise vier Prozent.Am stärksten war der Kurseinbruch in Budapest mit 15 Prozent.

Die russische Zentralbank hatte wegen der Kursverluste des Rubel den Präsenzhandel erneut bis einschließlich Freitag ausgesetzt.Der Wechselkurs hatte zu Handelsbeginn die untere Grenze des festgelegten Schwankungskorridors von 9,5 Rubel je Dollar erreicht.An der Aktienbörse sackte der RTS-Interfax-Aktienindex im Vergleich zum Vortag um 17,13 Prozent auf 63,20 Punkte ab.Der Dax fiel im Frankfurter Präsenzhandel zeitweise um knapp vier Prozent zurück.Bereits am Vortag hatte es hier einen Kursrückgang von gut 2,6 Prozent gegeben.Bankentitel standen wegen der drohenden Kreditausfälle Rußlands unter großem Druck.Auch die Wall Street zeigte zum Handelsbeginn deutliche Schwächen.Der Dow Jones verlor in den ersten 35 Handelsminuten um mehr als zwei Prozent.

Besonders in Mitleidenschaft gezogen von der Rußlandkrise waren die Börsen in Osteuropa.So lagen die Verluste bis zum Nachmittag in Budapest bei 15 Prozent, in Warschau bei 10,3 Prozent und in Prag bei 8,1 Prozent.An den westeuropäischen Märkten waren die Kursrückgänge nicht ganz so ausgeprägt.Sie reichten von 5,3 Prozent in Wien bis 2,2 Prozent in London.Auch die asiatischen Märkte wurden weiter in die Tiefe gezogen.Besonders stark war der Kursverlust in Tokio.Der Nikkei-Index für 225 führende Werte fiel nicht zuletzt wegen der schwelenden Bankenkrise um 3,1 Prozent auf ein Jahrestief von 14 413,79 Punkten.Besonders betroffen waren auch hier Papiere des Finanzsektors.

Auch die anderen asiatischen Börsen setzten ihre Talfahrt fort.Nur Hongkong konnte sich um gut ein Prozent verbessern.Dagegen verlor Kuala Lumpur mehr als drei Prozent, nachdem miserable Daten zur Konjukturentwicklung bekannt geworden waren.Im zweiten Quartal ist das Bruttoinlandsprodukt Malaysias um sieben Prozent geschrumpft.Zwischen ein und zwei Prozent gaben die Börsen in Jakarta, Singapur, Seoul und Manila nach, Bangkok blieb mit einem leichten Minus von 0,65 Punkten fast unverändert.

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