Wirtschaft : Die schöne Kurve

Aus dem Wall Street Journal. Übersetzt,ge

Die Laffer-Kurve mag den meisten Leuten in der Welt der Kunst nicht viel bedeuten, doch Händler und Käufer verstehen natür-lich ökonomische Anreize. Die USA haben letztes Jahr Europas Anteil am Weltkunstmarkt übertroffen: 47 Prozent gegenüber 45 Prozent, mit einem Anstieg um sieben Prozentpunkte seit 1998, als die EU den europäischen Kunstmarkt durch Bürokratismus und Steuern lahm zu legen begann. Großbritanniens Anteil fiel 1999 von 30 Prozent auf 25 Prozent, da Brüssel die Verdoppelung der britischen Umsatzsteuer auf Kunstverkäufe angeordnet hatte. Und das deutlich vor der für 2006 von der EU verfügten Einführung des droit de suite, das Künstlern und ihren Erben bei jedem Weiterverkauf eines Werkes einen Anteil am Erlös zusichert. Als Unicef letztes Jahr eine Sammlung im Wert von 37 Millionen Dollar versteigern wollte, erwog man, in Paris zu verkaufen - bis man der dortigen steuerlichen Verhältnisse gewahr wurde. Der Verkauf wurde in New York durchgeführt. Das droit de suite wurde in den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts in Frankreich ausgearbeitet und diente als Hilfe für Witwen französischer Künstler, die im Krieg getötet wurden. Der gewünschte Effekt ist längst nicht mehr gegeben, da Kunstverkäufe schlicht dorthin verlegt werden, wo man eine Anwendung des Gesetzes ablehnt. Wenn jemand vermeiden kann, eine Steuer zu zahlen, wird er es tun. Das ist die Einsicht, die Arthur Laffers berühmte Kurve veranschaulicht. Die Laffer-Kurve besagt im Kern, dass bei steigenden Steuersätzen auch die Anreize zur Steuerumgehung wachsen. Die Leute suchen nach Wegen, ihr Geld außer Landes zu schaffen oder steuerfrei zu investieren. An einem gewissen Punkt der Kurve steigender Steuersätze, fängt das Steueraufkommen an zu sinken statt zuzunehmen. Bei der Harmonisierung der Besteuerung hat die EU sich lange dieser Realität verschlossen. Als die EU Großbritannien zusetzte, seine Umsatzsteuer zu erhöhen und das droit de suite anzuwenden, behauptete Brüssel, dass sich das nicht nachteilig auf die Wettbewerbsfähigkeit auswirken würde. Tatsächlich gehen Jobs verloren, wenn jetzt ein berühmtes Londoner Kunsthaus nach dem anderen schließt oder nach Manhattan umzieht. So steuert die EU ihren Teil zur New Yorker Wirtschaft bei.

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