Wirtschaft : Die Serie der Überzeichnungen reißt nicht ab

Glänzende Gewinnaussichten, aber nicht zu unterschätzende Risiken bei den jungen Aktien

BERLIN (jojo).Die Serie der Aktienemissionen reißt nicht ab: Am kommenden Montag werden die Papiere der Mensch- und Maschine Software AG (MuM), erstmals auf dem Kurstableau des Frankfurter Neuen Marktes auftauchen.Gleichzeitig werden die Papiere im Freiverkehr der Berliner Börse notiert.Damit reiht sich MuM in die Reihe der Technologiepapiere Saltus Technology und SER Systeme ein, die in den letzten Wochen mit enormem Erfolg den Sprung aufs Parkett gewagt haben.Nicht weniger zufrieden können die Aktionäre sein, die vor zwei Wochen bei Pro 7 investiert haben.Bis zu 100fache Überzeichnung bei der Ausgabe, Kurssteigerungen bis 115 Prozent bei der Einführung und glänzende Gewinnaussichten der Unternehmen sollten aber nicht über das Risiko hinwegtäuschen. "Wegen massiver Nachfrage", so teilte die DG-Bank, Konsortialführerin bei MuM, am Mittwoch mit, "wird heute um 17 Uhr die Annahme von Zeichnungsaufträgen vorzeitig beendet".Bei MuM setzt sich fort, was schon bei vielen anderen Papieren, wie Telekom, Pro 7 und Saltus zu beobachten war: Die Anleger stürzen sich momentan auf Aktien.Dabei erlangen nun auch kleine Unternehmen größere Aufmerksamkeit.Der Neue Markt in Frankfurt (Main) bietet dabei den Zugang zu einer breiten Investorenschaft. Die Wachstumsaussichten der neueingeführten Unternehmen scheinen glänzend.Die Volksbank beispielsweise rechnet für MuM mit einem jährlichen Absatzzuwachs von 10 bis 15 Prozent.Das Unternehmen ist ein in Deutschland führender Anbieter von computergestützter Konstruktions-Software und vertreibt auch die Basissoftware des Marktführers Autodesk."Aus heutiger Sicht", urteilt die Vereinsbank Research über MuM, "sind die exzellenten Ertragschancen aber auch mit nicht zu unterschätzenden Risiken verbunden".Die Analysten warnen vor der Abhängigkeit von Autodesk und dessen Produkten "und ein Verpassen von Markttrends oder die Einführung fehlerhafter Produkte könnte Marktanteilsverluste zur Folge haben." Generell, warnen die Münchener, unterliegen die Softwaremärke einem hohen Wettbewerbsdruck.Ein neues Produkte verschlafen, und die Aktionäre werden mit zur Kasse gebeten. Prima Aussichten attestiert die Volksbank auch der Saltus Technology.Das Unternehmen hat sich darauf spezialisiert, Komponenten für den Fahrzeugbau zu entwickeln und elektronische Bauteile und Spezialwerkzeuge herzustellen.Dabei soll das Ergebnis je Aktie von 0,48 DM in 1997 auf 2,02 DM im kommenden Jahr klettern.Einen Wachstumssprung sehen die Analysten ferner bei der SER Systeme AG.Bei dem führenden deutschen Unternehmen in der elektronischen Archivierung soll der Gewinn je Aktie von 3,19 auf 4,22 DM steigen.

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