Wirtschaft : Die Siemens-Tochter für Bauelemente will in Asien expandieren

Mit dem Erlös aus dem Börsengang Mitte Oktober will die Siemens-Bauelemente-Tochter Epcos Schulden abbauen und ein steiles Wachstum finanzieren. "In unserem zyklischen Geschäft haben wir einen enormen Kapitalbedarf", sagte Epcos-Vorstand Gerhard Pegam in Lissabon. Daher sei zum Börsengang auch eine Kapitalerhöhung geplant. Siemens und der japanische Matsushita-Konzern wollen zudem die Mehrheit ihrer Anteile an dem Gemeinschaftsunternehmen abgeben und nur noch jeweils etwas mehr als 12,5 Prozent behalten. Siemens schickt im Rahmen des weit reichenden Konzernumbaus Epcos als erste Tochter an die Börse. Anfang kommenden Jahres soll die Halbleiter-Sparte unter ihrem neuen Namen Infineon folgen. Insgesamt trennt sich Siemens bei seiner Neuordnung zur Steigerung der Ertragskraft von Konzernteilen mit 60 000 Beschäftigten und 17 Milliarden Mark Umsatz. Epcos wolle in den nächsten Jahren doppelt so schnell wachsen wie die Branche und so auf dem Weltmarkt für passive Bauelemente um einen Rang auf den zweiten Platz vorrücken, sagte Pegam. Dazu seien auch Zukäufe in den USA denkbar. Da Epcos auch an die New Yorker Börse geht, könnten Aktien als "Akquisitionswährung" eingesetzt werden. Auch in Asien sei eine Expansion geplant. Derzeit erzielt Epcos noch rund zwei Drittel seiner Erlöse in Europa. Pegam zeigte sich optimistisch, dass der Börsengang ein Erfolg wird, auch wenn die Aktienmärkte in den vergangenen Jahren im Herbst mehrfach schwächelten. Siemens hält noch 55 Prozent an Epcos, Matsushita 45 Prozent. Epcos agiere in Wachstumsmärkten. Der Markt für passive elektronische Bauelemente werde laut Branchenschätzungen weltweit von etwa 25 Milliarden Mark im Jahr 1998 bis 2004 um jährlich fünf bis sechs Prozent auf etwa 35 Milliarden Mark wachsen.

In den ersten neun Monaten des laufenden Geschäftsjahres 1998/99 (30. September) kletterte der Umsatz der Epcos AG, München, um zehn Prozent auf rund 1,6 Milliarden Mark. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern sank unter anderem wegen hoher Investitionen in Produktionsstätten in Portugal und Singapur und einer Vorab-Dividendenzahlung an die beiden Gesellschafter für die ersten neun Monate von 158 Millionen Mark auf 139 Millionen Mark. Für das Gesamtjahr sei das Unternehmen optimistisch, die Aufträge hätten zuletzt deutlich angezogen.

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