Wirtschaft : DIE SINGLE-FRAU

Franziska Dill (60),

Pensionärin, aus Berlin





Das Geld wird knapp. „Mit meinem Gehalt bin ich früher schon kaum ausgekommen“, sagt Franziska Dill. „Und seit meiner Pensionierung habe ich jetzt auch noch 1000 Euro weniger im Monat.“ Verzweifelt klingt das nicht, was die 60-Jährige da sagt. Aber doch so, dass man deutlich merkt, dass sie sich Gedanken macht.

30 Jahre hat sie als Grundschullehrerin in Neukölln gearbeitet. „Das entspricht ungefähr 60 Jahren in Zehlendorf“, sagt sie und lacht. Ein Witz, sie ist der Beweis. Geschätzt würde Franziska Dill nämlich locker als zehn Jahre jünger durchgehen.

Seit Februar ist sie im Ruhestand. Pro Monat hat sie nun rund 1700 Euro zur Verfügung, von denen sie ihren Lebensunterhalt bestreiten muss. „Früher konnte ich manchmal etwas zur Seite legen. Das fällt jetzt völlig flach.“ Deshalb sei es an der Zeit, dass sie sich Gedanken mache, wie und wo sie sparen kann.

An der Miete wohl nicht, sagt die Frau mit den kurzen Haaren. Knapp 700 Euro warm kostet die geräumige, 100 qm große Altbauwohnung in Lichterfelde, in der sie mit ihren drei Katzen lebt. Der erwachsene Sohn – Moritz – ist bereits vor einigen Jahren ausgezogen.

In jedem Zimmer hängen großformatige Stillleben, die sie selbst gemalt hat. „Ich habe schon überlegt, in eine kleinere Wohnung umzuziehen, aber wo sollten dann die Bilder hin? Und sparen würde ich auch kaum etwas“, sagt Franziska Dill. „Höchstens Heizkosten.“ Da ihre Wohnung drei Außenwände hat, ist sie recht kalt und wegen der alten Fenster auch zugig. Mehr als 110 Euro gehen deshalb jeden Monat für Heizkosten drauf. Da sie aber inzwischen seit gut 30 Jahren in der Wohnung lebt, möchte sie sich nur ungern von ihr trennen.

Einschränken könne sie sich sicher bei Lebensmitteln, sagt sie. Bis jetzt kauft sie hauptsächlich im Biosupermarkt um die Ecke ein. Bei Obst, Gemüse und Eiern sei ihr das auch in Zukunft wichtig. Käse, Wein und sonstige Lebensmittel könne sie aber wohl auch im Supermarkt kaufen. Wie viel sie im Monat für Essen ausgibt, weiß sie nicht genau. Ein Haushaltsbuch führt sie nicht.

Auch beim Telefon lässt sich eventuell sparen. Seit Sommer vergangenen Jahres hat Franziska Dill einen Flatrate-Vertrag bei Versatel. Rund 35 Euro kostet der pro Monat. Dafür kann sie rund um die Uhr telefonieren, so viel sie will, und auch so lange und so oft im Internet surfen, wie sie Lust hat. Doch von ihrer neuen Freiheit macht sie nur ab und zu Gebrauch. Ob der Vertrag der richtige für sie ist, weiß sie daher nicht so genau. Und auch die technische Ausstattung scheint ihr übertrieben: „Keine Ahnung, ob ich bei meinem DSL-Anschluss überhaupt eine 4000er-Leitung brauche.“

Die Versicherungen sehen überschaubar aus. Hausrat, Unfall, Kfz, Haftpflicht, Krankenversicherung. Ob sich dort etwas sparen lässt? Man weiß ja nie. Auf ihr neues Auto, einen Renault Twingo möchte sie dagegen auf keinen Fall verzichten. Auch wenn sie kurze Strecken gerne mit dem Rad erledigt. Eine BVG-Monatskarte hat sie nicht und möchte sie auch nicht. „Die BVG benutze ich nur, wenn ich mal ins Theater oder ins Kino fahre“, sagt die Single-Frau. mho

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