Wirtschaft : Die Skepsis kehrt an die Märkte zurück

Daniel Rhee-Piening

Kaum hat der deutsche Aktienindex (Dax) die Marke von 5700 Punkten geknackt und damit den höchsten Stand seit viereinhalb Jahren erreicht, da ist der Optimismus der Anleger auch schon wieder verflogen – zumindest auf kurze Sicht. Investoren rechnen mit raschen Kursrückgängen . Die zunehmende weltweite Unsicherheit sehen die Experten der Privatbank Sal. Oppenheim als einen der Gründe. Den steigenden Ölpreis sowie den Atomstreit mit Iran nennen die Kölner Banker. Auf dem Parkett wurden am Freitag auch die eskalierenden Demonstrationen in den moslemischen Ländern genannt. Drohende Zinserhöhungen sowohl in den USA als auch in Europa schlagen den Börsianern ebenfalls gegenwärtig aufs Gemüt. Die Deka Bank sieht sich durch die US-Arbeitsmarktdaten vom Freitag bestätigt. Spätestens im Mai werde die Fed die Zinsen erneut erhöhen. Die Volkswirte der Postbank rechnen sogar mit einer Zinserhöhung der US-Notenbank bereits im März. Für Jens Eisenschmidt, Volkswirt bei HSBC Trinkaus & Burkhardt, ist die „ökonomische Situation in den USA durch eine große Unsicherheit geprägt“.

Gianni Hirschmüller von cognitrend sieht aber eine Auffanglinie. Viele der gegenwärtigen Akteure seien bei Preisen von 5450 Punkten eingestiegen. Bei einem Dax-Stand von ein bis zwei Prozent oberhalb dieser Linie seien wieder Käufe zu erwarten. Allerdings würden diese Rückkäufe für eine Fortsetzung der Hausse nicht ausreichen.

Andere haben dagegen ihren Optimismus noch nicht verloren und schrauben, wie etwa die DZ Bank, ihre Prognosen weiter nach oben. Auf 6000 Punkte werde der Dax bis zum Sommer steigen, bevor es etwas langsamer nach oben geht, heißt es dort. Die Commerzbank-Experten zählen zu den Pluspunkten auch die allgemeine Zufriedenheit mit der großen Koalition.

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