Wirtschaft : Die Software-Tochter SCS soll an den Neuen Markt gebracht werden

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"Die negative Entwicklung des Vorjahres bei der Marseille-Kliniken AG, Hamburg, ist nachhaltig überwunden", konnte der Vorstandsvorsitzende des Anbieters von Altenpflegeeinrichtungen und Betten in Rehabilitationskliniken, Ulrich Marseille, am Freitag zufrieden vor der Presse in Berlin feststellen. Im Geschäftsjahr 1998/99 (30. Juni) erzielte der Konzern einen Gewinn nach Steuern von 3,5 Millionen Mark (rund 6,8 Millionen Euro), nachdem im Vorjahr noch ein Gesamtverlust von 20,9 Millionen Mark ausgewiesen werden musste. Auch die AG erhöhte ihren Jahresüberschuss auf 9,4 (Vorjahr 8,2) Millionen Mark. Allerdings wurden durch die Veräußerung des Senioren-Wohnparks Lemwerder und der Astor-Anlage Langen mit anschließender Miete im Wege des "sale-and-lease-back"-Verfahrens stille Reserven in Höhe von insgesamt zehn Millionen Mark gehoben.

Das DVFA-Konzernergebnis je Aktie erhöhte sich auf 0,60 (0,01) Mark. Dieser Wert setzt sich aus einem positiven Ergebnis der Pflege-Sparte in Höhe von 1,08 Mark und einem Fehlbetrag von 0,48 Mark der Sparte Rehabilitation zusammen. Die Aktionäre sollen für das abgelaufene Geschäftsjahr eine Dividende von 0,70 (0,50) Mark erhalten. "Wir erwarten im Geschäftsjahr 1999/2000 einen Umsatzanstieg auf über 300 Millionen Mark und ein deutlich zweistelliges Millionenergebnis nach Steuern", so der Vorstandsvorsitzende weiter.

Der Konzernumsatz wuchs in der Berichtszeit um 8,5 Prozent auf 267,9 Millionen Mark. Wachstumsträger sei erneut der Pflege-Bereich gewesen. Dieser steigerte seinen Umsatz um 14,7 Prozent auf 171,1 Millionen Mark. Die Auslastung der insgesamt 32 Pflegeeinrichtungen verbesserte sich auf 92,8 (91,2) Prozent. In der Division Rehabilitation ging der Umsatz um 1,1 Prozent auf 96,2 Millionen Mark zurück. Die Auslastung erhöhte sich im Jahresdurchschnitt auf 72,0 (59,2) Prozent. Im letzten Quartal des abgelaufenen Geschäftsjahres konnte dieser Bereich im operativen Geschäft schwarze Zahlen schreiben.

Den Aktionären biete man neben der erhöhten Dividende noch ein weiteres "Bonbon", meinte Marseille. Die Tochter SCS Standard Computersysteme AG wird zu Buchwerten im Verhältnis zehn zu eins abgespalten und auf die bestehenden Aktionäre übertragen. Jeder Anteilseigner erhält also für zehn Marseille-Aktien ein Papier von SCS. Da SCS im kommenden Jahr an den Neuen Markt gebracht werden solle, komme die Abspaltung einem Geschenk an die Aktionäre gleich, erklärte Marseille. Die SCS entwickelt zusammen mit Kooperationspartnern, zu denen unter anderem, Debis und die Lufthansa Systems gehören, Pflegemanagement-Software.

Im Streit mit dem Land Brandenburg über staatliche Fördermittel, steuert Marseille auf einen Vergleich zu. Marseille unterhält im Land Brandenburg insgesamt acht Einrichtungen. Nachdem das Land zuletzt einen Betrag von zunächst 82 dann 72 Millionen Mark angeboten hatte, könnte er sich eine Einigung bei 82 Millionen Mark vorstellen, sagte der Vorstandsvorsitzende. Ursprünglich hatte Marseille 110 Millionen Mark gefordert. Über die Finanzierung des Seniorenparks Hennigsdorf wird als Präzedenzfall seit Donnerstag vor dem Verwaltungsgericht Potsdam verhandelt. Nächster Termin ist in der ersten Dezemberwoche.

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