Wirtschaft : Die "start-up company" des Werner von Siemens

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Anfänge im Hinterhof mo

Auf Neudeutsch hieße das, was Werner von Siemens vor 150 Jahren in einem Berliner Hinterhof in Angriff genommen hat, wohl "start-up company".Heute würde man wahrscheinlich von einer Garagenfirma sprechen, meint Heinrich von Pierer salopp.Jedenfalls gründete Werner von Siemens mit seinem Partner Johann Georg Halske vor 150 Jahren in einer Berliner Hinterhofwerkstatt die "Telegraphen-Bau-Anstalt von Siemens & Halske".Am 1.Oktober 1847 wurde der Gesellschaftervertrag unterzeichnet.Grund genug für Konzernchef von Pierer im Jubiläumsjahr an die Anfänge des Unternehmens zu erinnern - auch im Rahmen der traditionellen Siemens-Sommerpressekonferenz; eben in Berlin.Immerhin hat es die Firma geschafft, dreimal so alt zu werden wie ein durchschnittliches Industrieunternehmen.Daß man schon ganz am Anfang, als die Firma sozusagen noch in den Kinderschuhen steckte, etwas von "Shareholder-Value" hielt, soll der Umstand belegen, daß der Vetter von Werner von Siemens, Johann Georg, dem Firmengründer 6842 Taler Startkapital vorstreckte.Der Einsatz sollte sich lohnen.Nach acht Jahren war das "Venture Capital" von Johann Georg bereits auf 60 000 Taler gestiegen.Aber auch von Globalisierung scheint der Firmengründer schon etwas verstanden zu haben.Dabei spielten die engen familiären Bande im Unternehmen eine besondere Rolle.Die Brüder von Werner von Siemens, Wilhelm und Carl, bauten das Geschäft in England beziehungsweise in Rußland auf.Und bereits im achten Geschäftsjahr, 1855, lieferte Werner von Siemens seine bekannten Zeigertelegraphen um die halbe Welt nach Java.Vier Jahre später verlegte seine Firma Tiefsee-Telegraphenkabel zwischen Inseln in Südostasien.Der Grundstein für eine enge Zusammenarbeit war gelegt.Im ganzen Asien-Pazifik-Raum wurden Büros und Vertretungen eingerichtet: 1887 in Japan, 1894 auf den Philippinen und Singapur, 1899 in Thailand und 1903 in China.

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