Wirtschaft : Die Steuerharmonisierung kommt

PARIS (rtr).Eine stärkere Harmonisierung der Steuern wird nach Ansicht des Präsidenten der Europäischen Notenbank (EZB), Wim Duisenberg, ganz natürlich mit der Schaffung der einheitlichen europäischen Währung Euro kommen.Nach einer Rede bei einer Veranstaltung in Paris antwortete der EZB-Chef am Montag auf Fragen: "Die Tendenz wird in Richtung eines großen Maßes an Steuerharmonisierung gehen".Allerdings könnten, wie auch unter den einzelnen US-Bundesstaaten, auch künftig Differenzen bestehen bleiben.In seiner Rede hatte Duisenberg zuvor strukturelle Reformen in Europa angemahnt.

Es sei nur natürlich, wenn sich die elf Euro-Teilnehmerstaaten nicht durch nationale Steuerpolitik gegenseitig unnötig Konkurrenz machten, erklärte Duisenberg.Dringend notwendig seien in Europa aber strukturelle Reformen, um ein Wirtschaftswachstum von mehr als 2,5 Prozent zu erreichen."Ohne strukturelle Reformen werden wir nur die Wahl haben, uns auf den aktuellen Wachstumstrend und nicht auf das (Wachstums-) Potential einzurichten," sagte er.Es sei wichtig, in der Euro-Zone die Flexibilität der Waren- und Dienstleistungsmärkte und vor allem der Arbeitsmärkte zu stärken.Das Problem der Arbeitslosigkeit sei nicht durch die Geldpolitik entstanden, erklärte Duisenberg.Die europäische Geldpolitik könne ein Problem nicht lösen, das nicht von nationalen Geldpolitiken verursacht worden sei, fügte er hinzu.

Der Euro werde eine attraktive Währung mit der Tendenz zur Aufwertung sein, sagte der EZB-Präsident weiter.Eine Überbewertung des Euro zum Dollar wünschten aber weder die EZB noch die Regierungen der Euro-Zone.Die EZB werde die Rolle des Euro als eine bedeutende Reservewährung akzeptieren.

Nach der jüngsten gemeinsamen Zinssenkung in der Euro-Zone werde das Zinsniveau "in der vorhersehbaren Zukunft" unverändert bleiben, sagte Duisenberg am nachmittag in Brüssel vor dem Wirtschafts- und Währungsausschuß des Europäischen Parlaments.Einer der Hauptgründe für die Leitzinssenkung auf drei Prozent sei die Absicht gewesen, den Märkten Sicherheit, Vertrauen und Vorhersehbarkeit zu geben, daß vorerst keine weiteren Bewegungen bei den Zinsen anstehen."Spekulationen über Zinsen sind nun tot", sagte Duisenberg.Der EZB-Chef zeigte sich im übrigen zufrieden über das gegenwärtige Verhältnis der Währungen der elf EU-Länder der künftigen Euro-Zone zum Dollar.Die Schwankungen seien in jüngster Zeit begrenzt.Das sei im Interesse der Euro-Länder und den USA.Der Wachstumsrückgang in der Euro-Zone wird nach Ansicht Duisenbergs nur vorübergehend sein.Für das kommende Jahr werde mit einem Wirtschaftswachstum von 2,4 Prozent gerechnet.Im Jahr 2000 werde es voraussichtlich wieder ein leichtes Anziehen geben.

Mehr lesen? Jetzt gratis E-Paper testen!

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben