Wirtschaft : Die Streichliste

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Kern des Streits bei der Bahn sind die geplanten Lohnkürzungen. Alternativ müssten 70 000 Stellen gestrichen werden, zur Hälfte durch Kündigungen. Die Bahn brauche wettbewerbsfähige Strukturen, sagt Bahnchef Hartmut Mehdorn. Sonst steige die Verschuldung bis 2004 auf 20 Milliarden Mark. Um 8,4 Milliarden Mark will er das Ergebnis verbessern, je zur Hälfte durch Umsatzsteigerungen und Kosteneinsparungen. Allein bei den Personalkosten sollen es 3,6 Milliarden Mark sein. Erreichen will Mehdorn dies durch

Arbeitszeitverkürzung ohne Lohnausgleich: Bei einem durchschnittlichen Nettoverdienst von 40 000 Mark jährlich entspräche dies einer Einbuße von 2000 Mark, rechnet der Bahnvorstand vor. Er bietet an, diesen Lohnverzicht ähnlich wie bei Holzmann gutzuschreiben.

Abbau der Zulagen: Sie sollen in den nächsten Jahren mit Tariferhöhungen verrechnet werden. Viele Zulagen haben mit Leistung nichts zu tun, sondern sind Vergünstigungen aus der Zeit der Bahnreform, wie etwa die "Persönliche Zulage Überleitung" (PZÜ) - ein Kundenbetreuer im Nahverkehr mit einem Grundlohn von 3356 Mark erhält damit zusätzlich 1053 Mark brutto. Vor allem: Wer nach der Bahnreform eingestellt wurde, erhält diese Zulage nicht.

Regionale Tarifverträge: In vielen Bereichen, etwa im Nahverkehr, liegen die Gehälter der Bahn nach Angaben des Vorstandes weit über dem Niveau der Wettbewerber: So verdiene ein Lokführer der DB-Region in Bayern durchschnittlich 64 500 Mark brutto im Jahr, bei den Wettbewerbern seien weniger als 50 000 Mark üblich, Busfahrer verdienten sogar nur 46 600 Mark.

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