• Die strukturellen Nachteile, unter denen die privaten Institute leiden, bezeichnete der Vorstandssprecher der Deutschen Bank als "Krebsschaden in diesem Land"

Wirtschaft : Die strukturellen Nachteile, unter denen die privaten Institute leiden, bezeichnete der Vorstandssprecher der Deutschen Bank als "Krebsschaden in diesem Land"

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Der Streit zwischen privaten Banken und der Sparkassengruppe um angebliche Wettbewerbsvorteile der Öffentlich-Rechtlichen eskaliert. Herausgefordert fühlen sich Sparkassen und Landesbanken durch Äußerungen, die bei den Halbjahrespressekonferenzen von Deutsche Bank und Commerzbank gefallen sind. Zum Buhmann hat sich der Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes, Dietrich H. Hoppenstedt, nicht den Präsidenten des Bundesverbandes deutscher Banken, Commerzbank-Chef Martin Kohlhaussen, sondern den Vorstandssprecher der Deutschen Bank, Rolf-E. Breuer, erkoren. Ihm hält er in einem "Offenen Brief" vor, er wolle den Wettbewerb einschränken.

Breuer hatte die Brüsseler Landesbanken-Entscheidung als "von säkularer Bedeutung" gewertet. Sie zeige, dass in Deutschland Wettbewerbsverzerrungen herrschten und gebe Anlass, über die Strukturen nachzudenken. Auch liefere sie eine Erklärung für unzureichende Renditen der Banken. Die strukturellen Nachteile, unter denen seiner Überzeugung nach die privaten Institute leiden, bezeichnete Breuer als "Krebsschaden in diesem Land". Der Deutschbanker wandte sich gegen eine Vermengung von Fördergeschäft und normalem Bankgeschäft. Für Förderungsaufträge seien andere Strukturen erforderlich. Dass eine Umwandlung der Strukturen eine deutliche Verringerung der Zahl der Marktteilnehmer zur Folge haben würde, bestreitet er nicht. Trotz des starken Konzentrationsprozesses in der Vergangenheit gebe es immer noch zu viele Institute.

Einen Tag später nahm Commerzbank-Chef Martin Kohlhaussen die deutschen Mandatsträger unter Beschuss. Für ihn sei es "nicht nachvollziehbar", so sagte er, dass sie gegen die Entscheidung der Brüsseler Kommission aufbegehrten und " zu Felde ziehen" wollten. Er frage sich, mit welchem Recht die Mandatsträger es ablehnten, dass im Falle der WestLB 1,6 Mrd. DM in die Kassen des Fiskus flössen. Die Reaktion der deutschen Obrigkeit habe ihn verwundert, sagte er unter Anspielung auf die Absicht der Bundesregierung, den Beschluss nicht umzusetzen.

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