Wirtschaft : Die T-Branche vor dem UMTS-Start

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Von Bernd Hops

TelekommunikationsAktien gehören neuerdings wieder zu den Lieblingen der Anleger. Monatelang dümpelten sie vor sich hin. Jetzt hat sogar die Aktie der Deutschen Telekom innerhalb von zwei Monaten etwa 17 Prozent zugelegt. Auch die Papiere der meisten Konkurrenten verteuerten sich. Die Anleger hoffen nach den tiefen Sanierungsschnitten auf neues Geschäft, auf neue Übernahmen, auf neue Gewinne.

Allerdings: Die Gefahr eines Rückschlags ist nicht gebannt. Das größte Problem der Branche – ein riesiger Schuldenberg, den fast jedes Telekomunternehmen um die Jahrtausendwende angehäuft hatte – haben die Konzernchefs mittlerweile weitgehend im Griff. Teilweise fließen sogar schon wieder Gewinne – nach milliardenschweren Verlusten. Und tatsächlich, es gibt auch wieder teure Übernahmeschlachten. Doch dies sind keine Zeichen von Stärke. Vielmehr sucht die Branche zurzeit ziemlich verzweifelt nach einer attraktiven Perspektive. Diese Zukunft ist der neue Mobilfunkstandard UMTS. Hieraus soll das Wachstum kommen, das auch höhere Aktienkurse rechtfertigt.

Wirklich überzeugend sind die bisherigen UMTS-Projekte – trotz aller Zufriedenheitsbekundungen etwa von Vodafone – nicht. Spürbar höhere Umsätze wird UMTS noch lange nicht bringen, schließlich fehlen die Handys für den Massenmarkt. Und wer bei den Kunden das Rennen machen wird, steht ebenfalls noch nicht fest. Vor allem aber dürfte der Kampf um potenzielle UMTS-Kunden sehr teuer werden. Dann könnte auch die Zeit hoher Verluste wiederkehren. Das müssen Anleger im Blick behalten, wenn sie sich nun wieder für Aktien der Telekom-Unternehmen erwärmen.

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