Wirtschaft : Die Telefongesellschaft ist an Drillisch interessiert - die Kölner sind für Angebote offen

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Nach Zeitungsberichten will die Telefongesellschaft Mobilcom den Kölner Mobilfunkanbieter Drillisch AG übernehmen. Geplant sei zu dem Zweck auch eine Kapitalerhöhung. Die Mobilcom lehnte dazu jedoch eine Stellungnahme ab. Auch die Drillisch-Pressestelle war zurückhaltend: "Dies ist nur ein Gerücht." Ein konkretes Angebot liege dem Unternehmen derzeit nicht vor, sagte der Vorstandschef Marc Brucherseifer am Mittwoch. "Wenn es ein sinnvolles Angebot gibt, dann werden wir uns nicht sperren", fügte er hinzu. "Wir sind zu klein", sagte er. Nur mit einem Partner habe Drillisch bei der im Juni anstehenden Vergabe der wenigen UMTS-Mobilfunk-Lizenzen eine Aussicht auf Erfolg. Drillisch führe derzeit mit verschiedenen Gesellschaften Gespräche. Die Kölner haben etwa 270 000 Handy-Kunden und gelten bereits seit längerem als Übernahmekandidat.

Die Mobilcom wiederum will ebenfalls bei der Vergabe der neuen UMTS-Mobilfunk-Lizenzen mitsteigern. Eine vergrößerte Kundenbasis würde die Chancen auf einen Zuschlag wesentlich erhöhen. "Doch müsste unsere strategische Kooperation mit der Debitel AG eigentlich ausreichen", sagte Reiner Sedat von der Mobilcom. Ende 1999 zählte das Büdelsdorfer Unternehmen 1,86 Millionen Mobilfunkkunden. Vor kurzem hatte Mobilcom-Chef Gerhard Schmid angekündigt, dass das Unternehmen weiter wachsen und günstige Gelegenheiten zum Zukauf weiterer Telekommunikationsanbieter nutzen werde. Im vergangenen Jahr hatte Mobilcom unter anderem das Festnetzunternehmen Telepassport übernommen. Als Ziel steuert Schmid die Aufnahme in den deutschen Aktienindex (Dax) an. Dafür muss sein Unternehmen noch an Wert gewinnen.

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