Wirtschaft : Die Telekom verliert nun auch am Boden

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Von Corinna Visser

Das wird eine schwere Hauptversammlung für Ron Sommer. Wenn der Vorstandschef der Deutschen Telekom kommenden Dienstag vor seine Aktionäre tritt, hat er nur schlechte Nachrichten für die Anteilseigner: Der Börsenkurs bewegt sich nur wenig über dem historischen Tiefstand bei 12,02 Euro, der Schuldenstand ist auf Rekordniveau, und jetzt bröckelt auch noch der Gewinn im alten Kerngeschäft. Bisher war das Festnetz die Bank des Unternehmens. Die Sparte ist der einzige Bereich, in dem die Telekom schwarze Zahlen schreibt. In allen anderen Bereichen - Internet, Systemgeschäft und Mobilfunk - fährt sie Verluste ein.

Im Grunde ist es keine Überraschung, dass die Telekom nun auch im Festnetz Probleme bekommt. Je besser der Wettbewerb funktioniert, desto schwieriger wird es für die Telekom. Das ist politisch gewollt und dafür sorgt auch die Regulierungsbehörde durch ihre Preisvorschriften. Doch dass es schon jetzt so dramatisch schlechter wird, kam unerwartet. Für Ron Sommer werden die Probleme damit noch größer: Die neu aufgebauten Geschäftsfelder verschlingen immer noch viel Geld. Und es kann länger als ursprünglich erwartet dauern, bis dort schwarze Zahlen in den Büchern stehen.

Das heißt: Die Telekom muss in den kommenden Monaten noch viel stärker als bisher auf die Kosten achten. Im alten Kerngeschäft hat das Unternehmen noch zu viel Personal auf der Gehaltsliste. Doch Stellenstreichungen allein reichen nicht mehr aus, um die Anleger wieder positiv für die T-Aktie zu stimmen. Es reicht auch nicht mehr, sich mit der schlechten Lage der ganzen Branche herauszureden. Ron Sommer braucht eine neue Geschichte. Und zwar schnell.

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