Wirtschaft : Die Telekom wird überholt

In diesem Jahr erwarten die Konkurrenten mehr Umsatz als der ehemalige Monopolist

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Berlin - In diesem Jahr überschreiten die Konkurrenten der Deutschen Telekom einen wichtigen Meilenstein: Die Wettbewerber werden nach eigenen Angaben auf dem deutschen Telekommunikationsmarkt erstmals gemeinsam mehr umsetzen als der frühere Monopolist. Das ergab eine aktuelle Marktstudie, die der VATM alljährlich bei der Unternehmensberatung Dialog Consult in Auftrag gibt. Im VATM haben sich mehr als 50 Firmen zusammengeschlossen, die im Wettbewerb zum Marktführer Telekom stehen.

Demnach wird der deutsche Markt in diesem Jahr voraussichtlich um 2,2 Prozent auf 69,1 Milliarden Euro wachsen. „Dabei wird das Marktwachstum von den Wettbewerbern getragen, deren Anteil mit 35,2 Milliarden Euro oder 50,9 Prozent um 5,4 Prozent steigt“, heißt es in der Studie weiter. Das Wachstum stamme hauptsächlich aus dem Festnetz. Für die Telekom erwarten die Wettbewerber 2006 einen Umsatz in Deutschland von 33,6 Milliarden Euro. Der Bitkom wiederum, der Branchenverband, in dem auch die Telekom Mitglied ist, erwartet im laufenden Jahr ein Marktwachstum von 0,5 Prozent auf 66,4 Milliarden Euro. Die Telekom selbst gibt für ihr Geschäft in Deutschland keine Prognose ab. Doch von den Erfolgen der Wettbewerber profitiert indirekt auch die Telekom – zum Beispiel, weil Wettbewerber zum Teil das Netz und andere Vorleistungen der Telekom nutzen.

Bei den Investitionen werden die Wettbewerber nach eigenen Angaben 2006 mit der Telekom gleichziehen. Demnach investieren die Konkurrenten in Festnetz und Mobilfunk in diesem Jahr rund drei Milliarden Euro, wogegen sie bei der Telekom Investitionen von 3,4 Milliarden Euro erwarten. Auch bei der Zahl der Arbeitsplätze ist der VATM optimistisch: Bei den Wettbewerbern soll die Beschäftigtenzahl um 2000 auf 52 500 Mitarbeiter zum Jahresende steigen. Die Telekom, die Ende 2005 noch mehr als 150 000 Menschen in Deutschland beschäftigte, streicht dagegen im laufenden Jahr mehr als 10 000 Stellen. vis

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