Wirtschaft : Die Teuerung schreckt bislang noch keinen

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Als Inflation wird der dauerhafte Anstieg des Preisniveaus der Sachgüter und Dienstleistungen einer Volkswirtschaft bezeichnet. Als Maßgröße für die Inflation verwendet das Statistische Bundesamt den Preisindex für die Lebenshaltung aller privaten Haushalte. Zu seiner Berechnung wird die Entwicklung der Ausgaben des Durchschnittshaushalts (2,3 Personen pro Haushalt) oder die eines Vier-Personen-Haushalts für einen statistisch ermittelten Warenkorb einer Basisperiode zugrunde gelegt. Inflatorische Entwicklungen führen zu einer Veränderung in der Einkommensverteilung. Sie beeinträchtigen die Ersparnisbildung der Menschen, wirken sich auf das Komsumverhalten aus und führen zu Unsicherheit über die Stabilität des Geldes.

Wenn das Statistische Bundesamt jetzt mit 1,6 Prozent im Januar 2000 den höchsten Anstieg der Teuerung seit Dezember 1997 berichtet, so ist das - verglichen mit den siebziger Jahren - nach wie vor eine moderate Rate. Sie ist vor allem Sondereinflüssen geschuldet: neben einem Anstieg der Heizöl- und Kraftstoffpreise wirkt sich die zweite Stufe der ökologischen Steuerreform aus. Man spricht von administrierten Preisen, weil die Teuerung durch eine Entscheidung des Fiskus, aber nicht durch Marktentwicklung verursacht wurde. Die Europäische Zentralbank, die für die Binnenstabilität des Euro verantwortlich ist, sieht eine zusätzliche Inflationsgefahr in womöglich überzogenen Tarifabschlüssen. Diesen Kostenanstieg könnten die Unternehmen auf die Preise überwälzen. Manche äußern auch die Sorge einer importierten Inflation angesichts des schwachen Euro. Schließlich weisen Ökonomen auf die enorm steigenden Aktienpreise ("asset inflation"): die Spekulationsblase könnte womöglich auch Indiz einer schleichenden Geldentwertung sein und sich negativ auf die Konsumentenpreise auswirken.

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