Wirtschaft : Die Unternehmen freuen sich auf 2014

Geschäftsklima und Auftragslage sind bestens – nur die neue Regierung enttäuscht die Manager.

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Berlin - Eine Woche vor Weihnachten macht sich in der deutschen Wirtschaft Feiertagsstimmung breit. Mit Blick auf das kommende Jahr sieht man auf den Chefetagen der Unternehmen einem kräftigen Aufschwung und guten Geschäften entgegen. „Es wird ein reich gedeckter Gabentisch erwartet“, formulierte Ifo- Chef Hans-Werner Sinn. Auch das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) und der Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR) sehen die Konjunkturentwicklung zuversichtlich. Von einem „steilen Anstieg des Konjunkturoptimismus“ berichtet ebenfalls das Institut für Demoskopie Allensbach, das im Auftrag der Zeitschrift „Capital“ 750 Führungskräfte aus Wirtschaft, Politik und Verwaltung befragt hat. Im Vergleich zur vorherigen Umfrage im Sommer dieses Jahres hat sich der Anteil der Befragten, die im nächsten halben Jahr einen Aufschwung erwarten, auf 70 Prozent verdoppelt. 75 Prozent beurteilen ihre Auftragslage als gut bis sehr gut. 41 Prozent glauben, dass der schlimmste Teil der Euro-Schuldenkrise überstanden ist. Überraschendes Ergebnis: 62 Prozent sehen in Frankreich das größte Risiko für die Euro-Zone. Enttäuscht zeigt sich die Elite auch mehrheitlich (59 Prozent) vom Koalitionsvertrag der neuen Bundesregierung.

Das Ifo-Institut stieß bei seiner Umfrage bei 7000 Unternehmen auf breiten Optimismus. Im Dezember verbesserte sich die Stimmung nach einem satten Anstieg im Vormonat noch einmal leicht. Der Ifo-Geschäftsklimaindex – das wichtigste Stimmungsbarometer der deutschen Wirtschaft – kletterte von 109,3 Punkten im Vormonat auf 109,5 Punkte, wie das Ifo-Institut in München mitteilte. Das ist der höchste Stand seit über eineinhalb Jahren. Im Dezember bewerteten die Firmen zwar ihre derzeitige Geschäftslage etwas schlechter, zeigten sich aber erneut wesentlich optimistischer für die kommenden Monate. Der Index für die Geschäftserwartungen kletterte entsprechend von 106,4 auf 107,4 Punkte. Der Lage-Index gab dagegen von 112,2 auf 111,6 Punkte nach.

Ifo-Chef Sinn hatte bereits am Vortag von „prächtigen Konjunkturaussichten“ und einem „Geschenk vom Weihnachtsmann“ gesprochen. Die Münchner Konjunkturforscher rechnen mit 1,9 Prozent Wachstum für die deutsche Wirtschaft im kommenden Jahr und hatten damit ihre Erwartungen im Gegensatz zu anderen Forschungsinstituten stabil gehalten. Etwas darunter liegen die Prognosen des DIW von 1,6 Prozent Wachstum und des BVR, der mit einem Plus von 1,8 Prozent rechnet. „Die positive Entwicklung der Weltwirtschaft und die Rückkehr des Wachstums im Euroraum helfen der deutschen Exportindustrie“, erklärte DIW- Präsident Marcel Fratzscher. Die Unternehmen hätten wieder größere Anreize zu investieren. Zentrale Konjunkturstütze ist dem DIW zufolge aber weiter der private Konsum. Henrik Mortsiefer

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