Wirtschaft : Die Unternehmen rücken zusammen - Globalisierung treibt die Fusionswelle an

dr

Norbert Walter, stets präsenter Chefvolkswirt der Deutschen Bank, brachte es dieser Tage auf den Punkt: "Es geht erst richtig los." Europa, bei Fusionen lange Zeit eher ein vergessener Fleck, ist dabei, mit riesigen Schritten Anschluss an die Weltspitze zu finden. Im Gesamtjahr 1999 hatte der weltweite Markt für Unternehmens-Zusammenschlüsse und -Käufe (Mergers &Acquisitions, kurz M & A) nach Zahlen der privaten Universität Witten/Herdecke ein Volumen von rund 5000 Milliarden Mark, Europa war daran mit rund einem Drittel beteiligt. Im dritten Quartal 1999 war der Anteil Europas bei den M & A erstmals größer als der der USA. In Deutschland erreichte das Volumen der Transaktionen im ersten Halbjahr 1999 rund 168 Milliarden Mark. Die Globalisierung und das Zusammenwachsen Europas machen es möglich, ja notwendig.

Noch im September staunte das Publikum über die Absicht der viertgrößten US-Mediengesellschaft Viacom, für umgerechnet fast 68 Milliarden Mark die führende US-Fernsehgesellschaft CBS zu schlucken. Inzwischen haben sich die Größenordnungen verschoben. Die bisher teuerste Fusion aller Zeiten könnte die geplante Übernahme von Mannesmann durch Vodafone werden. Mehr als 240 Milliarden Mark wollen die Briten in Form eigener Aktien für die Düsseldorfer hinblättern. Der Zusammenschluss von Rhône-Poulenc und Hoechst zu Aventis mit einem Volumen von rund 50 Milliarden Mark wirkt dagegen bescheiden. Im Jahr 2000 wird es weitergehen. Nicht immer so spektakulär! Vieles wird sich im Mittelstand abspielen. Stephan Krümmer, Geschäftsführer von Rothschild Deutschland, ist sich sicher: "In Deutschland werden pro Jahr etwa 2000 Transaktionen im Bereich M & A stattfinden - mit steigender Tendenz."

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben