Wirtschaft : Die Unternehmen steigern die Exporte - die Konjunktur gewinnt an Fahrt

Die deutsche Chemieindustrie hat ihre Produktion nach Verbandsangaben im dritten Quartal 1999 um vier Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal gesteigert. Saisonbedingt habe die Produktion von Juli bis September allerdings etwas unter dem zweiten Quartal gelegen, teilte der Verband der Chemischen Industrie (VCI) am Dienstag in seinem Lagebericht mit. In den ersten neun Monaten hätten die deutschen Chemieunternehmen den Schätzungen zufolge insgesamt 1,8 Prozent mehr produziert als im Vorjahreszeitraum. Der VCI hielt an seinem optimistischen Ausblick für die Chemieindustrie in diesem und auch im kommenden Jahr fest. Für das laufende Geschäftsjahr rechnet der Verband bei den Unternehmen der Branche mit einem Anstieg der Produktion um drei Prozent.

Eine schnellere Belebung der Inlandskonjunktur oder ein deutlicher Anstieg der Exporte nach Westeuropa könnten das Wachstum der Chemieproduktion in Deutschland auch über die Marke von drei Prozent treiben, hieß es in dem Lagebericht. Klar sei auch noch nicht, inwieweit die Abnehmer-Unternehmen sicherheitshalber vor dem problematischen Jahrtausendwechsel ihre Vorräte an chemischen Produkten aufstocken würden. Das könne ebenfalls zu einer Belebung der Nachfrage im vierten Quartal führen. Im Jahr 2000 könne dann der Aufschwung noch weiter an Fahrt gewinnen.

Die positive Entwicklung der Chemieproduktion ist den Angaben des Verbandes zufolge weiterhin hauptsächlich exportgetragen. Seit Juni seien in jedem Monat mehr Chemie-Erzeugnisse im Ausland verkauft worden als in den jeweiligen Vorjahresmonaten. Es sei besonders eine Expansion der Ausfuhren in die ostasiatischen Länder zu beobachten. Im Inland sei die Nachfrage weiter schwach, allerdings mit leicht steigender Tendenz.

Bei den chemischen Grundstoffen, die einen Anteil von 50 Prozent der gesamten Produktion der chemischen Industrie in Deutschland ausmachten, ist die Produktion in den ersten neun Monaten des laufenden Geschäftsjahres den Verbandsschätzungen zufolge um drei Prozent gestiegen. Auch die zweitwichtigste Chemiesparte, die Produktion pharmazeutischer Erzeugnisse, entwickele sich mit einem Zuwachs von voraussichtlich zwei Prozent in den ersten neun Monaten erfreulich. Deutlich unter dem Produktionsniveau des Vorjahres liege die Produktion von Schädlingsbekämpfungsmitteln sowie von Chemiefasern.

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