Wirtschaft : Die Unternehmen werden immer optimistischer

Volkswirte rechnen mit erneutem Anstieg des Ifo-Index

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Berlin (hop). Der Ifo-Geschäftsklimaindex ist im August voraussichtlich den vierten Monat in Folge gestiegen. „Alle sind sich darüber einig, dass der Index etwas nach oben geht“, sagte Martin Hüfner, Chefvolkswirt der Hypo-Vereinsbank, dem Tagesspiegel am Montag. Uneinigkeit bestehe höchstens darüber, wie stark der Anstieg ausfalle. Damit zeichnet sich eine Trendwende in der deutschen Wirtschaft ab. „Es sieht so aus, als wenn wir den Tiefpunkt überwunden haben und die Konjunktur in Deutschland anzieht“, sagte Hüfner.

Das Münchner Ifo-Institut wird diesen Dienstag den neuen Geschäftsklimaindex präsentieren. Dafür werden regelmäßig rund 7000 Unternehmen befragt, wie sie die aktuelle Geschäftslage und die weiteren Aussichten einschätzen. Im Juli hatte der Index für Westdeutschland bei 89,2 Punkten gelegen. Hüfner von der Hypo-Vereinsbank rechnet mit 89,7 Punkten. „Aber es würde mich auch nicht wundern, wenn er über 90 Punkte steigt.“ Ähnlich sieht das auch Michael Hüther, Chefvolkswirt der Deka-Bank. Er erwartet einen Stand von 90 Punkten.

Einige Volkswirte sind sehr zurückhaltend, aus dem steigenden Ifo-Index tatsächlich auf eine Trendwende schließen zu wollen, obwohl man davon in der Regel nach dem dritten Anstieg in Folge spricht. Denn die Verbesserung in den vergangenen Monaten speiste sich vor allem aus einer opimistischeren Einschätzung der zukünftigen und nicht der aktuellen Geschäftslage. Doch gibt es gute Gründe für einen positiven Ausblick. Hüther von der Deka-Bank verweist auf die guten Konjunkturerwartungen in den USA, auf den schwächeren Euro und auf die verbesserten Exportaussichten.

Und Hüfner von der Hypo-Vereinsbank sagte: „Man sollte nicht zu negativ sein.“ Der Optimismus für die Zukunft sei nicht rein psychologisch bedingt. „Dann müsste man tatsächlich Vorsicht walten lassen. Aber es gibt einige starke Faktoren, die für einen Aufschwung sprechen.“ Auch Hüfner verwies auf die US-Konjunktur, die – nach der positiven Entwicklung im zweiten Quartal 2003 – auch im dritten und vierten Quartal weiter anziehen werde. Verantwortlich seien dafür die hohen öffentlichen Ausgaben und Defizite in den USA. „Das wird weitergehen“, sagte Hüfner. Rückenwind komme auch aus Asien. Dort habe sich – auch in Japan – die Wachstumsperspektive nach dem Ende der Lungenseuche Sars verbessert. „Und wir haben stabiles Wachstum direkt vor der Haustür – in Mittelosteuropa.“

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