Wirtschaft : „Die US-Verbraucher entscheiden“

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Herr Volcker, die Börsen finden seit Monaten keinen Halt Wo ist Schluss mit dem Kurssturz?

Ich kann schlecht die weitere Entwicklung vorhersagen. Aber es kann noch weiter gehen. Wir sind beim Dow Jones auf dem Niveau von vor vier, fünf Jahren angelangt. Schaut man sich das Kurs-Gewinn-Verhältnis bei einigen Aktien an, sind sie noch recht hoch bewertet.

Ein Grund für den Kurssturz ist die Unsicherheit der Anleger nach den jüngsten Finanzskandalen. Wie kann man das Vertrauen wiederherstellen?

Wir sind auf dem richtigen Weg mit den Gesetzen, die von der Regierung Bush verabschiedet wurden und die schärfere Bilanzregeln beinhalten. Ob das reicht, werden wir aber erst noch sehen. Wichtig ist, dass sich die Öffentlichkeit für das Thema interessiert.

Die Weltwirtschaft ist weiter stark abhängig von den USA. Welche Gefahren sehen Sie für deren weitere Entwicklung?

Mich beunruhigt, dass die US-Wirtschaft vom privaten Konsum und von fremden Geld abhängig ist, wie das große Außenhandelsdefizit zeigt. Würde der US-Verbraucher jetzt weniger ausgeben, könnte das zu einer Krise führen. Deshalb müsste die Abhängigkeit kontrolliert abgebaut werden.

Wie sollte das geschehen?

In dem Europa und Japan wieder anfangen zu wachsen. Dann käme es automatisch zu einem Ausgleich.

Sind Europa und Japan dazu fähig?

Kurzfristig nicht. Mittelfristig hat Europa aber durch den Euro und durch Reformen zum Beispiel auf dem Arbeitsmarkt sehr gute Chancen.

Das Gespräch führte Bernd Hops .

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